In einer gemeinsamen Pressemeldung von Polizei und Staatsanwaltschaft heißt es, dass die Ermittler es nicht für unwahrscheinlich halten, dass es in der Nacht auf den 6. April in Weitefeld zu einem zufälligen Zusammentreffen zwischen dem Tatverdächtigen und einem der Opfer vor dem Haus gekommen ist. Dieses Treffen könnte demnach eskaliert und schließlich in dem Exzess der Tötung der ganzen Familie geendet sein.
Die Gründe für die Tat und die Motive des Täters sind nach Angaben der Ermittler nach wie vor unklar. Sie konnten demnach bislang keine Vorbeziehung zwischen der Opferfamilie und dem Tatverdächtigen aus dem Nachbarort Elkenroth feststellen.
Mordmerkmale: Heimtücke und Verdeckung einer Straftat
Nach den bisherigen Ermittlungen gehen Polizei und Staatsanwaltschaft Koblenz vom dringenden Tatverdacht wegen Mordes aus, weil der Täter ihrer Auffassung nach zum einen heimtückisch und zum anderen zur Verdeckung einer Straftat, nämlich der Tötung des ersten Opfers, gehandelt habe.
Die bisher erfolglose Suche nach dem Tatverdächtigen ist für uns alle ein Stück weit frustrierend.
Der Täter sei nach der Tat nachweislich verletzt gewesen, heißt es weiter. Trotz groß angelegter Suche, auch mit Hilfe technischer Hilfsmittel und Spezialeinheiten, konnte die Polizei den Tatverdächtigen noch nicht finden. Es sei nach wie vor unklar, ob er noch lebe.
Suche nach mutmaßlichem Täter läuft weiter
Der Leitende Oberstaatsanwalt Mario Mannweiler sagte: "Die bisher erfolglose Suche nach dem Tatverdächtigen ist für uns alle ein Stück weit frustrierend. Ich kann aber versichern, dass die Strafverfolgungsbehörden nicht nachlassen werden, den Tatverdächtigen zu finden, lebend oder verstorben. Denn alle wissen, wie wichtig Gewissheit für die Menschen in der Region ist."
Menschen in Weitefeld haben teils immer noch Angst
Rund drei Monate nach der Tat sind einige Menschen in Weitefeld noch immer verunsichert und haben Angst. Eine Anwohnerin berichtete dem SWR am Donnerstag unter Tränen, dass sie, wenn möglich nicht allein rausgeht. Ein Familienvater erzählte, dass sie ihre Kinder nach wie vor nicht ohne Aufsicht draußen spielen lassen. Und ein anderer Anwohner sagte, dass seine Frau immer noch wolle, dass abends alle Türen im Haus abgeschlossen werden.
Andere Anwohner wiederum zeigten sich gelassener. Ein Mann etwa berichtete, dass er nicht glaubt, dass der Tatverdächtige tot ist. Sondern dass er vermutlich längst über alle Berge sei und somit keine Gefahr mehr für die Region bestehe.
Fast alle Menschen sagten, dass die Ungewissheit im Moment das größte Problem für sie sei. Weil niemand wisse, ob der Gesuchte noch lebe oder wo er sich gerade aufhalte.
Keine Belege dafür, dass der Tatverdächtige in russischen Netzwerken aktiv ist
Es gibt laut Polizei keine Belege dafür, dass der Tatverdächtige in einem russischen sozialen Netzwerk aktiv ist, wie unterschiedliche Medien in der Vergangenheit berichtet hatten. Die im Netz aufgetauchten, virtuellen Grusskarten seien seit längerem bekannt, ließen aber keinen verlässlichen Rückschluss auf den Versandzeitpunkt zu. Die Ermittler können deshalb nicht ausschließen, dass die Aktivitäten schon älter sind oder sogar von einer unbekannten dritten Person mit Zugang zum Account eingestellt wurden.
Plakatfahndung des Bundeskriminalamts nach dem Tatverdächtigen
Da die Ermittler nicht wissen, wo sich der Tatverdächtige aufhält, will die Polizei in den nächsten Wochen die überregionalen und internationalen Fahndungsmaßnahmen noch weiter intensivieren. Beispielsweise wird es eine weitere über das Bundeskriminalamt gesteuerte Plakatfahndung geben. Die Polizei erhofft sich dadurch neue Hinweise.