Am Sonntag ist in Bad Neuenahr-Ahrweiler nicht nur die Landtagswahl: Die rund 28.000 Einwohner dürfen auch über einen neuen Bürgermeister entscheiden. Vier Kandidaten bewerben sich auf den Posten. Der bisherige Amtsinhaber Guido Orthen (CDU) tritt nicht mehr an, da er in seinem Wahlkreis um das Direktmandat bei der Landtagswahl kämpft.
Wiederaufbau ist das wichtigste Thema in der Stadt
Sein Parteikollege Pascal Rowald will das Erbe von Orthen antreten. Er muss sich gegen drei weitere Kandidaten durchsetzen: Jörn Kampmann (SPD, tritt als Einzelbewerber an), Christoph Scheuer (Grüne) und Axel Ritter (parteilos). Für alle vier Bewerber ist der Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe vor rund fünf Jahren das wichtigste Thema.
Für seinen Nachfolger hat Guido Orthen folgenden Hinweis: "Die Menschen sind andere geworden durch die Flut. Deswegen bleibt es wichtig, immer mit den Menschen im Gespräch zu bleiben und zu spüren, was sie fühlen und was gerade geht und was nicht geht."
Die Menschen sind andere geworden durch die Flut.
Dass der Wiederaufbau das wichtigste Thema ist, diese Ansicht teilen die Kandidaten mit dem aktuellen Amtsinhaber. Sie setzen aber dabei auch unterschiedliche Schwerpunkte.
Die Positionen der Kandidaten:
Pascal Rowald (CDU) ist bei diesem Thema besonders die zügige Wiederherstellung von Plätzen und anderen Orten wichtig, die die Lebensqualität in der Stadt verbessern. Er sagt auch, es sei wichtig, dass die Ahr so wiederhergestellt wird, dass sie schadlos durch die Stadt gelangen kann.
Jörn Kampmann (SPD) möchte, dass es beim Wiederaufbau schneller geht. Es soll - geht es nach ihm - zügig sichtbar sein, dass es voran geht. Er möchte deswegen nach eigenen Angaben einen Quartiersmanager einsetzen, der sich um einzelne Bereiche der Stadt kümmern soll, dort alles kennt und koordiniert und steuernd eingreifen kann.
Christoph Scheuer (Grüne) ist vor allem ein klimaresilienter Wiederaufbau wichtig, der Hochwasser- und Starkregenschutz mitdenkt. Es brauche auch deswegen einen Gewässerzweckverband, der mit dem Land zusammenarbeitet und den überörtlichen Hochwasserschutz koordiniert. Außerdem bräuchte es einen gesunden Stadtwald.
Axel Ritter (parteilos) ist die höchstmögliche Sicherheit im Zusammenhang mit der Flutbekämpfung wichtig. Er hat nach eigenen Angaben eine Vielzahl an Problemen entdeckt, bei denen der Hochwasserschutz vernachlässigt werde. Er setzt zusätzlich auf ein eigens entwickeltes Wassermanagement mit Pumpen.
Die Bürgermeisterwahl findet am 22. März 2026 statt. Sollte keiner der Bewerber die absolute Mehrheit bekommen, dann entscheidet die Stichwahl am 12. April 2026.