Die Folgen des Dieselaustritts sind immer noch sichtbar: In dem Zulauf von der Pipeline zum Simmerbach liegen weiterhin Ölsperren. Je nachdem, wie der Wind steht, riecht es nach Diesel.
Aufwändige Maßnahmen sollen weitere Diesel-Ausbreitung eindämmen
Mitarbeitende einer Spezialfirma reißen entlang der Bachufer Sträucher aus - und holen Totholz aus dem Wasser. Damit soll verhindert werden, dass sich der Gefahrstoff weiter ausbreitet. Denn Diesel kann sich in Gestrüpp und Ästen festsetzen. Wenn das nicht entfernt werde, könne das den Simmerbach weiter verunreinigen.
Bagger heben tonnenweise verunreinigte Erde entlang der Bachufer aus und füllen sie in Container. Die Erde wird anschließend fachmännisch entsorgt. Auch das soll die Gefahr möglichst eindämmen, dass weiterhin Diesel ausgeschwemmt und weiter verbreitet wird.
Wie groß ist der Schaden etwa für bestimmte Insekten oder kleine Krebse? Und wie langfristig werden die Schäden sein?"
Der Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises, Volker Boch (parteilos) ist froh darüber, dass die Betreiberfirma der Pipeline die aufwändigen Reinigungsarbeiten schnell beauftragt hat und auch bezahlt. Er hofft, dass so das Schlimmste für Tiere und Pflanzen verhindert werden kann. Wie groß die Umweltschäden sein werden, sei noch nicht abzusehen, so Boch.
Er mache sich vor allem Sorgen um die Artenvielfalt im Simmerbach: "Darüber mache ich mir über die wirtschaftlichen Schäden hinaus die meisten Gedanken. Wie groß ist der Schaden etwa für bestimmte Insekten oder kleine Krebse? Und wie langfristig werden die Schäden sein?"
Ausmaß der Umweltschäden ist noch unklar
Der Landrat geht davon aus, dass die Folgen der Dieselverschmutzung die Region noch lange beschäftigen wird. Das habe auch die Erfahrung der Ölverschmutzung in den Thürer Wiesen im Kreis Mayen-Koblenz vor einem Jahr gezeigt: "Aus dem Ereignis können wir gewisse Erkenntnisse ziehen. Und da wird klar, dass wir über Monate und nicht über Wochen reden."
Unklar sei auch noch, wie groß die Schäden für die Landwirtschaft sind, so Boch. Ein Teil der Landwirte entlang des Simmerbachs sei derzeit noch recht entspannt. Ein anderer hingegen befürchtete Ernteausfälle. Auch Anreiner mit Fischzucht seien besorgt. Derzeit gilt eine Verordnung, die besagt, dass Fische im Simmerbach bis kurz vor Simmern und in dessen unmittelbarem Umfeld angrenzende Fischteiche, bis auf Weiteres nicht genutzt werden dürfen.
Polizei geht von bandenmäßigem Diebstahl aus Nach Leck in Pipeline - Ausmaß der Umweltschäden im Hunsrück unklar
Nach dem Dieselaustritt aus einer Pipeline bei Wiebelsheim im Hunsrück ist immer noch nicht klar, wie stark Bäche und Wiesen belastet sind. Es laufen weitere Untersuchungen.
Nach wie vor werden laut Kreisverwaltung die Gewässer weiter untersucht. Die jüngsten Proben hätten gezeigt, dass die Dieselbelastung sinke. Zwischen Kisselbach in Höhe des Friedhofs und dem Simmersee habe es keine Auffälligkeiten gegeben. Das könne sich je nach Witterung aber auch ändern. Deshalb bleibe die bestehende Allgemeinverfügung weiterhin in Kraft. Sie untersagt, Wasser aus dem Simmerbach zwischen Wiebelsheim und Simmern sowie aus angrenzenden Mühlengräben zu entnehmen.
Hoffnung auf Unterstützung von neuer Landesregierung
Landrat Boch hofft, dass sich die Natur so schnell wie möglich wieder erholt. Die Zusammenarbeit mit den Bürgermeistern der betroffenen Kommunen sei hervorragend. Seitens übergeordneter Behörden wünsche er sich aber mehr Unterstützung. Denn die Verwaltung des Kreises sei mehr als ausgelastet, die Folgen der Dieselverschmutzung zu bewältigen. Er würde es auch begrüßen, wenn die neue Landesregierung den Kreis unterstütze.
Ermittlungen gehen weiter
Etwa vier Wochen nach dem Vorfall ist immer noch unklar, wer das Leck in der Diesel-Pipeline verursacht hat. Die Polizei teilte auf SWR-Anfrage mit, dass die Ermittlungen derzeit noch andauern.