Nach Angaben der Kreisverwaltung wurden am Simmerbach weitere Ölsperren installiert, um sensible Bereiche wie die Biberburgen zu schützen. Wildkameras zeigen aber, dass die Biber weiter aktiv sind, obwohl das Wasser mit Diesel verunreinigt wurde. Experten des Biberzentrums Rheinland-Pfalz untersuchen weiterhin, wie stark die Biber vor Ort beeinträchtigt sind. Den Angeben zufolge leben in dem betroffenen Gebiet schätzungsweise vier Biber in zwei Revieren.
Die Kreisverwaltung appelliert an die Bürgerinnen und Bürger, nicht selbst die verunreinigte Erde zu beseitigen, sondern das den Fachfirmen überlassen. Die Verwaltung bittet aber um konkrete Hinweise, wo es erkennbare Schäden durch den ausgetretenen Diesel gibt.
Polizei: "Täter haben sich gut ausgekannt"
Die Polizei geht fest davon aus, dass es sich um Dieselklau handelt. Sie ermittelt wegen schweren Bandendiebstahls. Demnach wurde die Pipeline rund einen Meter unter der Erde mit einem Ventil angezapft, der Diesel sei dann mit einem Spezial-Schlauch nach oben befördert worden. Die Täter hätten sich gut ausgekannt, sagt Jörn Mengen von der Polizei Koblenz. "Das kann niemand schaffen, der davon keine Ahnung hat."
Grundwasser nicht durch Diesel verschmutzt
Aufgefallen war der Schaden laut Kreisverwaltung am Mittwoch, 11. März, und wurde noch am selben Abend behoben sowie Ölsperren errichtet. Der Diesel sei durch einen kleinen Bach in den größeren Simmerbach gelangt und wurde so großflächig verbreitet. Die Kreisverwaltung spricht von einer Fläche von ca. 5.000 m², die betroffen ist.
In diesem Bereich um die Austrittsstelle herum werde die Erde auf Schadstoffe geprüft und entfernt. Das Grundwasser sei nach aktuellem Stand nicht kontaminiert. Landrat Volker Boch (parteilos) dankte den Einsatzkräften für ihr schnelles Handeln. Sie hätten "sehr schnell reagiert und umfangreiche Maßnahmen eingeleitet, um die Auswirkungen des Schadens zu begrenzen".
Weitere Boden- und Gewässeranalysen in Arbeit
Wie der Kreis weiter mitteilt, ist die Gewässerökologie beeinträchtigt, insbesondere Gewässerinsekten und andere wirbellose Organismen. Ob auch Amphibien betroffen sind, ist den Angaben zufolge noch nicht klar.
Im betroffenen Gewässerabschnitt wurde eine tote Bachforelle gefunden, ob es einen Zusammenhang mit dem Dieselaustritt gibt, ist ebenfalls noch offen. Eine größere negative Auswirkung auf den lokalen Fischbestand sei aktuell nicht registriert worden.
Weitere Boden- und Gewässeranalysen sollen klären, welche Schäden es an den Fischbeständen und anderen Lebewesen gibt.