Seit Monaten gibt es an der Schule massive Probleme: Gewaltvorfälle, Fehlalarme, überlastete Lehrkräfte und ein nach SWR-Informationen tief zerstrittenes Kollegium. Nach den Sommerferien meldeten sich zeitweise 18 von 56 Lehrkräften krank. Anfang September will sich Eiling-Hütig im Bildungsausschuss ausführlich zu dem Fall äußern.
Hinter den Kulissen wird nach SWR-Informationen intensiv nach einer Lösung gesucht. Vieles deutet darauf hin, dass es auch bei der Schulleitung personelle Veränderungen geben könnte. Doch genau da beginnt das Problem.
Die Eltern meinen: Die Leidtragenden sind die Kinder Ludwigshafen: Elternsprecher der Karolina-Burger-Realschule wollen endlich Ruhe an ihrer Schule
Es wird nicht ruhiger um die Karolina-Burger-Realschule plus in Ludwigshafen. Es gibt immer wieder Feueralarme und ständig fällt Unterricht aus. Jetzt reden die Elternsprecher.
Ein Schulleiter - zwei völlig unterschiedliche Bewertungen
Über Schulleiter Oliver Kästel hört man sehr unterschiedliche Einschätzungen. Ein Teil des Kollegiums wirft ihm vor, die Schule nicht im Griff zu haben. Lehrkräfte berichten von Überforderung und massiven Konflikten. Andere beschreiben Kästel dagegen als jemanden, der versucht habe, eine über Jahre festgefahrene Schule zu verändern, neue Projekte anzustoßen und Strukturen aufzubrechen.
Wer welchen Anteil an der Eskalation trägt, lässt sich von außen kaum eindeutig beurteilen. Für die Ministerin bedeutet das: Sie kann nicht einfach einen Schuldigen präsentieren und das Problem damit für gelöst erklären. Hinzu kommt, dass ein verbeamteter Schulleiter nicht einfach entlassen werden kann. Denkbar wären etwa eine Abordnung oder Versetzung - dafür braucht es aber einen rechtlich belastbaren Weg.
Bildungsministerium der CDU muss jetzt selbst liefern
Politisch wird der Fall für die neue Landesregierung auch deshalb heikel, weil die CDU die Karolina-Burger-Schule im Wahlkampf selbst zum Thema gemacht hat. Damals warf sie der SPD-geführten Landesregierung vor, Hilferufe zu ignorieren und die Probleme an den Schulen generell nicht mit ausreichender Konsequenz anzugehen. Jetzt regiert die CDU selbst. Damit gilt für sie auch der Maßstab, den sie zuvor an die SPD angelegt hat: Wer vor der Wahl entschlossenes Handeln fordert, muss nach der Wahl zeigen, wie dieses Handeln konkret aussieht.
Eiling-Hütig kann sich dabei nicht darauf berufen, von der Entwicklung überrascht worden zu sein. Die Probleme waren bei ihrem Amtsantritt bekannt. Nach Angaben der Landesregierung war sie früh selbst vor Ort und hat den Fall inzwischen zur Chefsache gemacht. Trotzdem ist die Situation nach den Sommerferien erneut eskaliert.
Mehr als eine Personalfrage
Selbst ein Wechsel an der Spitze würde die Probleme der Schule nicht automatisch lösen, so der Eindruck nach vielen Gesprächen, die SWR-Reporter vor Ort führten. Der Konflikt reicht tiefer: Das Kollegium ist offenbar gespalten, die Belastung ist hoch, und die Schule kämpft seit Längerem mit schwierigen Rahmenbedingungen.
Für die Ministerin wird es deshalb im Bildungsausschuss nicht nur darum gehen können, was mit der Schulleitung passiert. Sie muss erklären, wie die Schule stabilisiert werden soll, welche Rolle die Schulaufsicht künftig spielt - und warum die Situation trotz der seit Monaten bekannten Probleme erneut eskalieren konnte.
Genau darin liegt die politische Herausforderung für die CDU: Sie hat vor der Wahl deutlich gemacht, dass sie die Probleme lösen will.