Wer sein Kind am Freitag in den Kindergarten bringen möchte, könnte in der gesamten Westpfalz vor verschlossenen Türen stehen – zumindest wenn es sich um einen öffentlichen Kindergarten handelt. Denn viele Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes gehen derzeit für bessere Bezahlung und mehr freie Tage auf die Straße. Verdi-Gewerkschaftssekretärin Sabine Schunck sagte, dass sich auch die Mitarbeiter der Kitas in sehr ländlichen Regionen am Streik beteiligen würden.
Equal Pay Day in der Westpfalz
Zu dem Streik aufgerufen hat die Gewerkschaft Verdi. Hintergrund ist vor allem der Equal Pay Day am Freitag. Dieser Tag steht symbolisch dafür, dass Männer und Frauen noch immer unterschiedlich bezahlt werden. Und da laut Verdi in den pflegerischen und sozialen Berufen immer noch besonders viele Frauen arbeiten, sei es Zeit, diese besserzustellen.
Zentrale Kundgebung findet in Pirmasens statt
Auf dem Exerzierplatz in Pirmasens demonstrieren die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes aus der gesamten Westpfalz am Freitag unter anderem für acht Prozent mehr Lohn. Außerdem fordert Verdi, dass für besonders belastende Schichten, wie beispielsweise an Wochenenden oder in der Nacht, die Zuschläge erhöht werden. Zum Equal Pay Day geht es auf dem Exerzierplatz auch darum, dass Frauen und Männer gleich behandelt werden sollen - auch beim Lohn. Auf einen gemeinsamen Demozug wurde wegen der Vorfälle in München im vergangenen Monat verzichtet. Eine weitere Kundgebung soll kommenden Mittwoch in Kaiserslautern stattfinden.
Mit besserer Bezahlung gegen Arbeitskräftemangel
Diese Maßnahmen seien wichtige Schritte, um die Lohnunterschiede zu überwinden und damit auch in der Westpfalz dem Arbeitskräftemangel in den sogenannten Care-Berufen entgegenzuwirken. Dazu gehören beispielsweise Erzieher, Sozialarbeiter, Pflegekräfte und Krankenhausmitarbeiter.
Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst gehen am 14. März weiter. Verdi schließt nach eigenen Angaben weitere Streiktage nicht aus.