Am 9. November 2025 jährt sich die Reichspogromnacht zum 87. Mal - ein Tag, der als mahnende Zäsur in der Geschichte der jüdischen Gemeinden steht. Die Westpfalz lädt mit mehreren Veranstaltungen zum Erinnern und zum Zeichen gegen das Vergessen ein:
Kaiserslautern
Pirmasens
Zweibrücken
Kirchheimbolanden
Kaiserslautern: Gedenken auf dem Synagogenplatz
Am Sonntagabend kommen Bürgerinnen und Bürger um 18 Uhr auf dem Synagogenplatz (Fischerstraße) in Kaiserslautern zusammen, um gemeinsam der Opfer der Pogromnacht von 1938 zu gedenken. Die Initiative geht von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten Kaiserslautern aus und lädt dazu ein, Kerzen und Blumen als Zeichen der Trauer und Mahnung zu bringen. Ziel ist es laut den Veranstaltern, einen offenen Raum zum Erinnern zu schaffen - und gemeinsam die Botschaft zu vertreten, dass solche Verbrechen niemals in Vergessenheit geraten dürfen.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.vvn-bda-kl.de
Pirmasens: Schwerpunkt Deportation nach Gurs und bleibendes Gedenken
In Pirmasens wird am Jahrestag ab 16 Uhr an die Opfer der Nationalsozialisten in der Synagogengasse erinnert. Die Geschichte der jüdischen Gemeinde reicht bis in die Landgrafenzeit zurück - viele von ihnen wurden in der Pogromnacht ins Exil gezwungen oder ermordet. Oberbürgermeister Markus Zwick (CDU) und Pfarrer Artur Noras (Pfarrei Seliger Paul Josef Nardini) wollen an der Mahntafel einen Kranz niederlegen.
Schüler des Immanuel-Kant-Gymnasiums haben sich in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv und dem Arbeitskreis "Geschichte der Juden in Pirmasens" intensiv mit der Deportation ins französische Internierungslager Gurs beschäftigt und eine Gedenktafel an einem ehemaligen Wohnhaus einer verschleppten angebracht. Im Anschluss lädt die Evangelisch-Methodistische Kirche zum Austausch ein.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.pirmasens.de
Zweibrücken: Erinnerung an die jüdische Stadtgeschichte
Am 9. November startet der Gedenktag in Zweibrücken mit einer kostenfreien Stadtführung "Jüdisches Leben damals und heute". Die Führung zeigt Orte der einst blühenden jüdischen Gemeinde, vom Hallplatz bis zur Synagoge in der Ritterstraße. Um 17 Uhr folgen Lesungen und Kranzniederlegung am Synagogenstandort in der Ritterstraße, ehe die Alexanderskirche um 18 Uhr mit Musik und Impulsen zum Einsatz für Toleranz und Respekt aufruft.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.zweibrücken.de
Kirchheimbolanden erinnert im Rahmen der Friedenstage
Im Rahmen der 51. Kirchheimbolander Friedenstage versammelt sich die Öffentlichkeit am Synagogenvorplatz zur Mahn- und Gedenkveranstaltung. Mit dabei sind Redner wie Volker Blöcher (Freie evangelische Gemeinde), Stadtbürgermeister Dr. Marc Muchow (CDU) und Landrat Rainer Guth (parteilos). Außerdem engagieren sich Schulen, Amnesty International und der Freundeskreis Givat Haviva Deutschland. Musikalisch gibt der Posaunenchor der protestantischen Kirchengemeinde den Ton an, während Moderator Norbert Willenbacher souverän durchs Programm führt. Ein bewegender Abend, der zum Nachdenken anregt und Mut für eine friedliche Zukunft macht.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.friedenstage.de