Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Zweibrücken hat der 26-jährige Tatverdächtige während einer Befragung durch einen Richter und einen Gutachter zugegeben, dass er den Zugbegleiter Serkan Çalar niedergeschlagen hat. Allerdings bestritt er, dass er Serkan Çalar töten wollte. Außerdem sagte der Tatverdächtige, er habe Lücken in seiner Erinnerung.
Das Gutachten über den Beschuldigten kommt laut Staatsanwaltschaft zu dem Ergebnis, dass es keine Anhaltspunkte "für eine erhebliche Verminderung oder Aufhebung der Einsichts- oder Steuerungsfähigkeit" gebe. Weitere Gutachten fehlen noch - zum Beispiel darüber, ob der Tatverdächtige unter Drogen- oder Alkoholeinfluss stand. Die Ermittlungen dauern an, der 26-Jährige sitzt weiter in Untersuchungshaft.
Verdächtiger soll Zugbegleiter bei Landstuhl niedergeschlagen haben
Dem Mann wird vorgeworfen, dass er Anfang Februar in einer Regionalbahn bei Landstuhl den 36-jährigen Zugbegleiter Serkan Çalar niedergeschlagen hat. Der Zugbegleiter wollte den Tatverdächtigen offenbar aus dem Zug verweisen, weil dieser keine gültige Fahrkarte vorweisen konnte. Serkan Çalar starb wenige Tage später an einer Hirnblutung. Er lebte in Ludwigshafen und war alleinerziehender Vater von zwei kleinen Kindern.
Sicherheitsmaßnahmen bei der Bahn erhöht
Ganz Deutschland hatte damals Anteil am Schicksal des Zugbegleiters genommen. Sehr schnell gab es auch Forderungen, Zugbegleiter besser zu schützen. Seitdem setzt die Deutsche Bahn in einigen Regionalzügen testweise Tandems mit zwei Kollegen ein. Auch der Einsatz von Bodycams wird getestet. Außerdem ruft die Bahn mit einer Plakatkampagne zu mehr Respekt gegenüber Bahnpersonal auf.