Robert Trippodo hatte am 11. September 2001 keinen Dienst in der Feuerwache in New York. Als zwei Flugezeuge an diesem Morgen in die Zwillingstürme des World Trade Centers rasten, war der Feuerwehrmann zu Hause. "Ich bin von meinem Haus zum Strand runter, dann wieder zurück zum Fernseher, und wieder zum Strand gelaufen", erinnert er sich.
Am Strand - mit Blick auf die Skyline von New York - hat er einen Mann mit Fernglas getroffen. "Der sagte: ‚Ich sehe die Türme nicht mehr.‘ Und ich hab gesagt: ‚Die sind weg.‘ Der Mann konnte es nicht glauben." Dieser Moment und seinen Einsatz in den Tagen nach 9/11 haben sich tief in Trippodos Gedächtnis eingebrannt und prägen ihn bis heute, erzählt er auf der Airbase in Ramstein.
Die Tage danach: Suche nach Überlebenden am Ground Zero
Nach dem Einsturz der Zwillingstürme wurde das ganze Areal über Tage hinweg weiter abgesucht nach Überlebenden, erklärt Trippodo. Er spricht von einem "Kriegsgebiet", in dem Tausende Helfer tagelang gegraben hatten. "Wir alle taten dasselbe. Wir haben versucht, jemanden zu finden. Jemanden, der noch am Leben ist." Diese Hoffnung war jedoch laut dem ehemaligen Feuerwehrmann vergebens, denn lebend hat er damals niemanden mehr bergen können.
Verluste: Feuerwehrleute und Kameraden, die nie zurückkamen
Bei den Terroranschlägen auf das World Trade Center verloren rund 350 Feuerwehrleute ihr Leben. Insgesamt starben an diesem Tag in den USA etwa 3.000 Menschen durch die Anschläge. Trippodo erinnert sich an hunderte Beerdigungen, die er besuchte, und den Verlust vieler Kameraden. Ein kleiner roter Teddy, den er in den Trümmern des World Trade Centers fand, wurde für ihn zum Symbol der Hoffnung inmitten der Trauer und Zerstörung.
Besonders an eine Szene erinnert sich Robert Trippodo, als er und seine Kollegen mitten in den Trümmern des World Trade Centers nach Überlebenden suchten. Ein Feuerwehr-Kollege suchte verzweifelt seine eigene Verlobte in den Trümmern, die als vermisst galt. Für Trippodo ist klar: Nach diesen Tagen war nichts mehr, wie es einmal war.
Airbase Ramstein gedenkt der Opfer von 9/11
Nach der Gedenkfeier zu 9/11 und Robert Trippodos Rede gab es auf der Air-Base Ramstein außerdem noch einen sogenannten "Memorial March" - auf Deutsch "Gedenk-Marsch" für die Opfer des 11. Septembers. Dabei sind unter anderem US-Soldaten mit ihren Rücksäcken zu Ehren der Opfer einige Kilometer über einen Golfplatz des Militärstützpunkts gelaufen.
Feuerwehrtradition lebt weiter: Sohn folgt in die Fußstapfen des Vaters
Robert Trippodos Sohn, Dominic, war bei den Terroranschlägen 2001 noch nicht geboren. Der 22-Jährige erzählt, dass er als Kind praktisch in der New Yorker Feuerwache aufgewachsen ist. Nun setzt er die Tradition seines Vaters fort und ist heute auch Feuerwehrmann und bei der US Air Force.
Für Robert Trippodo ist das Erinnern an 9/11 nicht nur Trauer, sondern auch Ansporn, das Leben bewusst zu genießen. "Ich versuche mein Leben seitdem voll auszukosten und fahre so oft Motorrad wie es geht", erzählt er. Als Feuerwehrmann wisse man ja nie, ob man von einem Einsatz heil zurückkomme, sagt Trippodo. Aber der 11. September habe sein Leben nochmal ganz anders geprägt.