In Mainz haben Freiwillige Feuerwehren am Samstag den Ernstfall geprobt – und zwar den Brand in einem Zug zwischen den Stadtteilen Marienborn und Gonsenheim.
Das Szenario: In einer Toilette im vorderen Bereich des Zuges ist ein Feuer ausgebrochen. Etliche der rund 50 Passagiere geraten in Panik. Der Zug steht beim Eintreffen der Feuerwehr auf offener Strecke. Diese ist zwar gesperrt. Trotzdem dürfen die Reisenden die Bahn noch nicht verlassen - aus Sicherheitsgründen.
Steile Böschung erschwert Rettungsarbeiten
Michael Ehresmann von der Feuerwehr Mainz erklärt: "Weil wir erst abwarten müssen, dass die Strecke sicher gesperrt ist und dass nicht noch irgendwo stromführende Teile sind, weil sonst gerade auf mehrgleisigen Strecken akute Lebensgefahr herrscht. Und deswegen müssen wir erst die Freigabe abwarten und die Strecke sichern, damit sowohl wir als auch die Fahrgäste sicher heraus können."
Die Feuerwehr rückt mit Leitern an, um die Passagiere möglichst sicher abzutransportieren. Denn die Böschung ist recht steil und das Gleisbett rutschig. Nach mehr als zehn Minuten können die ersten Menschen den Zug verlassen, auch die Verletzten.
Leider stand für die Übung kein Rauch zur Verfügung, um den Brand zu simulieren, denn die Nebelmaschine hatte den Geist aufgegeben.
Feuerwehr mit Übung weitgehend zufrieden
Steffen Molitor, Wehrführer der Feuerwehr Mainz-Drais, erklärte nach der Übung, dass vieles gut funktioniert habe, aber er hätte die Einsatzkräfte besser den einzelnen Waggons zuteilen können. Er habe dies zwar im Kopf gehabt, aber nicht so ideal an die Einheiten kommuniziert. "Das könnte ich mit Sicherheit besser machen", sagte Molitor.
Die Übung wurde zusammen mit dem Privatbahnbetreiber Vlexx durchgeführt. Dessen Sicherheitsbeauftragter Stefan Haupenthal bilanzierte, dass der Ablauf gestimmt habe. "Man hat gesehen, dass die Feuerwehr routiniert vorgeht und auch gewisse Dinge am Fahrzeug - wie kommen sie rein, wie stellen sie den Motor ab - auch kennt und umgesetzt hat", meinte Haupenthal.
Die Übung konnte durchgeführt werden, weil die Bahnstrecke derzeit wegen Bauarbeiten gesperrt ist.
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