Mond im Erdschatten

So war die partielle Mondfinsternis 2026 im Südwesten

Zu viele Wolken: Auch Frühaufsteher hatten am Freitag kaum Chancen, die partielle Mondfinsternis über Deutschland zu beobachten. Wo es trotzdem klappte und wann die nächste Gelegenheit kommt.

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Stand

Dort, wo es freie Sicht zum Horizont im Westen gab, konnte man am Freitag auch in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz beobachten, wie sich die Erde zwischen Sonne und Mond schiebt und ihr Schatten den Mond teilweise verdunkelt - theoretisch.

Viel zu sehen war größtenteils wegen des schlechten Wetters jedoch nicht. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) gab es in Oberschwaben mehrere Lücken in der Wolkendecke, im Rest des Landes war der Himmel weitgehend bedeckt.

Nur noch eine Sichel war in den frühen Morgenstunden während der partiellen Mondfinsternis am 28. August 2026 zu sehen - zumindest in Bayern.
Nur noch eine Sichel war in den frühen Morgenstunden während der partiellen Mondfinsternis am 28. August 2026 zu sehen - zumindest in Bayern. picture alliance/dpa | Peter Kneffel

Partielle Mondfinsternis: Wann es wo losging

Das Himmelspektakel hatte nach Worten von Carolin Liefke, stellvertretende Leiterin des Hauses der Astronomie in Heidelberg, um exakt 4.33 Uhr begonnen. Dabei geriet der Mond in den Schatten der Erde und wurde dabei zum Teil verdunkelt. Wegen des grauen Himmels und der Regenwolken war jedoch nicht viel zu erkennen.

Zur Hälfte war der Mond etwa um 5:15 Uhr bedeckt. Der Höhepunkt der Finsternis war im Süden Deutschlands um 6:13 Uhr - dann lag der maximale Anteil des Mondes zu 90 Prozent im Schatten der Erde. Durch die Dämmerung wäre jedoch auch bei gutem Wetter dann kaum noch etwas zu sehen gewesen.

Zusätzlich stand der Mond dann bereits sehr tief über dem Horizont und ging kurz nach Sonnenaufgang unter. "Somit wird es schwierig, den verfinsterten Mond in der hellen Dämmerung knapp über dem Horizont auszumachen", schrieb die Astronomische Vereinigung Karlsruhe (AVKa) im Vorfeld.

Ausblick Königstuhl in den Morgenstunden
Schlechte Sicht auf dem Königsstuhl oberhalb von Heidelberg. Carolin Liefke, Haus der Astronomie, Heidelberg

Wie eine Mondfinsternis entsteht  

Etwa alle vier Wochen steht der Mond als Vollmond der Sonne auf der anderen Seite der Erde gegenüber. Das ist die Voraussetzung für eine Mondfinsternis - aber nur selten kommt es dabei tatsächlich zu einer Verdunkelung. Weil die Mondbahn leicht gekippt im All verläuft, zieht der Mond meistens ober- oder unterhalb des Kernschattens seine Bahnen.

Kreuzt der Vollmond aber genau jene Achse zwischen Sonne und Erde, wird er vom Erdschatten verdeckt. Bei einer partiellen Finsternis taucht nur ein Teil der Mondscheibe in den Schatten.

Je stärker der Mond in diesen Kernschatten eintaucht, desto auffälliger wird die Finsternis - auch kleinere Bedeckungen sind mit bloßem Auge sichtbar. Diesmal war die Mondfinsternis besonders ausgeprägt: Beim Höhepunkt des Spektakels tauchten über 90 Prozent der Mondscheibe zeitweise ins Dunkle. 

Mondfinsternis nur bei freiem Blick auf Horizont

Wer einen Blick auf die ergraute Mondsichel werfen wollte, musste einen Ort mit möglichst freiem Blick auf den Westhorizont aufsuchen. In Stuttgart ging der Mond etwa um 6:41 Uhr unter, in Mainz kurz darauf um 6:43 Uhr.  

Idealerweise schaute man von einer erhöhten Position aus zu. Generell eignen sich hoch gelegene Sternwarten, die meist eine freie Panoramasicht bieten. Absolut dunkel wie bei der Beobachtung der Perseiden-Sternschnuppen musste der Beobachtungsort dagegen nicht sein.

Blutmond bei der totalen Mondfinsternis im September 2025. Bei der partiellen Mondfinsternis im August 2026 wird der Mond nicht tiefrot gefärbt sein.
Einen tiefroten Blutmond hat es bei der partiellen Mondfinsternis am Freitagmorgen nicht gegeben. Dieser entsteht nur bei einer totalen Mondfinsternis wie zuletzt im September 2025. SALVATORE DI NOLFI

Gab es einen Blutmond? 

Bei einer totalen Mondfinsternis ist häufig ein sogenannter Blutmond zu sehen. Obwohl totale Finsternisse den Mond eigentlich aus unserem Blick verschwinden lassen müssten, leuchtet er dunkelrot. Grund für die prägnante Tönung ist Streulicht: Das Sonnenlicht wird durch die Luftschichten der Erdatmosphäre nach innen abgelenkt, genau in den Schattenkegel hinein.  

Bei partiellen Mondfinsternissen erscheint der teilweise verdunkelte Bereich des Mondes typischerweise dunkler, oft eher grau bis leicht rötlich - der Kontrast ist aber geringer als bei einer totalen Finsternis. Sofern sich der verdunkelnde Mond beobachten ließ, konnten Frühaufsteher verfolgen, wie sich der dunkle Bereich auf der Mondscheibe minütlich vergrößert.

Nächste Mondfinsternis in Deutschland lässt auf sich warten 

In Deutschland streift der Mond erst am 20. Februar 2027 wieder den Erdschatten. Davon wird man allerdings wenig mitbekommen, denn es handelt sich dann nur um eine Halbschattenfinsternis, bei der der Kernschatten der Erde den Mond nicht trifft.  

Bei der nächsten partiellen Finsternis am 12. Januar 2028 wird nur ein marginaler Teil des Mondes verdeckt werden, bevor dann am 27. Juli 2028 eine partielle Finsternis erneut einen größeren Teil der Mondscheibe überschatten soll. Erst Silvester 2028 gibt es wieder eine totale Mondfinsternis. Diese wird deutschlandweit am 31. Dezember kurz nach Mondaufgang zu sehen sein.

Rheinland-Pfalz
Zwei Männer und eine Frau haben einen Schweißhelm auf und beobachten die Sonnenfinsternis in Salem in Baden-Württemberg.

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Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
SWR

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