Die bisherige Adenauerbrücke über die Donau zwischen Ulm und Neu-Ulm bekommt Verstärkung: In den nächsten Wochen wird parallel zur alten Brücke eine weitere Brücke entstehen. Die ersten Stahlträger sind bereits eingehoben.
Spektakulär ist es auf jeden Fall. Das ist kein alltäglicher Einsatz, den wir hier haben.
Wenig Platz und der Verkehr über die Adenauerbrücke läuft weiter: Spektakuläre Aktion
Selbst für die 40 Mann auf der Nachtbaustelle war es eine außergewöhnliche Aktion: "Es ist alles wahnsinnig eng. Wir haben die Bahn und das Bestandsbauwerk. Der Platz ist einfach wirklich beschränkt, sagt der Projektleiter der Baufirma Max Bögl, Niklas Rall. "Und das ist schon eine Herausforderung, hier die Gerätschaften so aufzustellen."
Die Bauteile sind einfach gigantisch: Zwei Tieflader brachten aus der Oberpfalz jeweils 80 Tonnen schwere und 28 Meter lange Stahlträger zunächst auf die bisherige alte Brücke.
Zwei riesige Autokrane heben Stahlträger für Neubau der Adenauerbrücke
Allein um diese anzuheben und auf die neuen Pfeiler zu setzen, benötigte man zwei riesige Autokrane gleichzeitig, einen 750-Tonnen- und einen 500-Tonnen-Kran. Es gab eine Verzögerung von gut einer Stunde, als man beim Abladen zunächst merkte, dass Haken und Ösen nicht zusammenpassten. Doch in den frühen Morgenstunden waren die beiden Stahlträger eingesetzt.
Während der Arbeiten war der Zugverkehr zwischen Ulm und Erbach im Alb-Donau-Kreis gesperrt. Die Linie läuft unter der Adenauerbrücke her. Zwischen 21 Uhr und 6 Uhr morgens fuhren Ersatzbusse von Ulm nach Laupheim und Biberach. So wird es auch in der Nacht auf Sonntag sein.
Der Zugverkehr rollt inzwischen wieder. Und auch der Autoverkehr war nicht nennenswert beeinträchtigt. Immerhin handelt es sich um eine wichtige Verbindung von Süddeutschland nach Österreich und Italien. Das Hauptproblem haben Fußgänger und Radfahrer. Der Donauradweg ist schon lange gesperrt. Ebenfalls die alte Geh- und Radwegbrücke. Dafür gibt es jedoch eine Behelfsbrücke aus roten Stahlträgern auf der anderen, der Stadt abgewandten Seite der Adenauerbrücke.
"Generationenwechsel" von der alten zur neuen Adenauerbrücke in mehreren Schritten
Der "Generationswechsel" von der alten zur neuen Adenauerbrücke erfolgt schrittweise: Zuerst wird der Verkehr Richtung Ulm über das neue Bauwerk geführt. Dann wird der Verkehr in Gegenrichtung, also nach Neu-Ulm, über die ehemaligen Spuren Richtung Ulm, rollen. Die eine Hälfte der alten Brücke kann dann abgerissen werden.
Wenn auch der Verkehr Richtung Neu-Ulm über das neue Brückenbauwerk fahren kann, wird die die zweite Hälfte der alten Brücke abgerissen. Noch dreieinhalb Jahre werden die Bauarbeiten dauern, bei fließendem Verkehr mit fast 100.000 Fahrzeugen täglich. In der Nacht auf Sonntag will der Bautrupp den nächsten großen Stahlträger wieder millimetergenau einbauen.