Der 22-jährige Julian Prohaska aus Ulm näht Designermode für Kundinnen und Kunden weltweit. Ein Hemd kostet bis zu 400 Euro. Mit der Mode aus seinem Atelier im Ulmer Industriegebiet will er jetzt auf der Fashion Week in Paris groß rauskommen.
Vom Zimmerer zum Modedesigner
Eigentlich ist Julian Prohaska gelernter Zimmerer. Doch nach seiner Ausbildung kam alles anders. Er probierte sich an einer Nähmaschine aus, ganz ohne klassische Schneiderausbildung. Fast alles brachte er sich selbst bei. Vor zwei Jahren hat er sich dann mit seinem Mode-Label selbstständig gemacht.
"Bei mir ist vieles auch unüblicherweise Freestyle", erklärt Julian Prohaska. "Also bei ganz vielen Sachen, wenn meine Praktikantinnen sehen, wie ich das mache, ohne irgendwas groß vorzubereiten, fassen die sich dann auch manchmal an die Stirn."
Sichtbar werden bei der Fashion Week
Während der Fashion Week in Paris hat er in der Vergangenheit bereits Kollektionen ausgestellt und einzelne Stücke verkauft. Am Montag, 28. September, startet die nächste Ausgabe der bedeutenden Modewoche in der französischen Hauptstadt. Auf den großen Laufstegen sind seine Kreationen allerdings noch nicht zu sehen.
"Ich stelle dort eigentlich nur aus", sagt Julian Prohaska. "Ich miete mir dort einfach irgendeine Kunstgalerie an und komme dann eben mit meinen Puppen und Kleiderstangen angefahren und stelle meine Kleidung aus." Dabei soll es aber nicht bleiben. Er will in der Modewelt von Paris zu den Großen gehören und später seine eigenen Laufstegshows organisieren.
Ulmer Mode für internationale Kundschaft
Abseits von Paris verkauft er seine Mode sogar bis in andere Kontinente. Laut dem jungen Modedesigner kommen die meisten Bestellungen inzwischen aus den USA, auch aus Asien gebe es Anfragen. Nicht zuletzt, weil er seinen Social-Media-Auftritt mittlerweile nur noch auf Englisch macht, erklärt Julian Prohaska. "Ich habe ganz klar gemerkt, als ich von Deutsch auf Englisch gewechselt bin, dass dann auf einmal Bestellungen aus Amerika oder auch Asien teilweise kamen."
Bei mir ist vieles auch unüblicherweise Freestyle.
Ein besonders beliebtes Material von ihm: Das sogenannte "Cracked Leather". Ein Stoff, der wie normales Leder aussieht, bis er gedehnt wird. Außerdem zeigt er in seinem Atelier Longsleeves mit eingenähten Gummibändern, einzigartige Winterjacken und Hemden mit speziellen Mustern und Texturen.
Zusätzlich gibt es für die Kundinnen und Kunden auch immer eine handgeschriebene Karte. "Ich sehe das auch wirklich als Dankeschön an den Kunden, der eben dadurch, dass er was bei mir kauft, auch meinen Traum unterstützt."