Neue Autotechnik mit Tücken: Die reagierte auf der A8 auf einen vorbeifliegenden Vogel. Der Greifvogel flog am Samstagnachmittag über die Autobahn. Das sorgte dafür, dass das Bremsassistenz-System eines Autos reagierte, um einen möglichen Zusammenstoß zu vermeiden. Während der Vogel auf und davon flog, wurde das Auto eines 51-Jährigen schlagartig abgebremst.
Nachfolger konnte auf Notbremsung nicht mehr schnell genug reagieren
Ein 27-jähriger Autofahrer hinter dem Wagen konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhr auf. Beide Fahrer blieben unverletzt, ein Beifahrer kam leicht verletzt ins Krankenhaus. Wegen des Unfalls bei Elchingen war die linke Spur der A8 in Fahrtrichtung Stuttgart laut Polizei rund zwei Stunden gesperrt. Dies sorgte für einen langen Stau.
ADAC-Sprecher: Unfall war "enormer Zufall"
Für Julian Häußler vom ADAC Württemberg ist der Vorfall das Resultat aus unglücklichen Umständen. "Es ist schon ein enormer Zufall, dass der Vogel genau in dem Moment am Auto vorbeigeflogen ist und den Bremsassistenten ausgelöst hat", sagt der ADAC-Sprecher dem SWR.
Grundsätzlich seien die Bremsassistenz-Systeme sicher, betont er. "Das wird schon echt gut getestet, das sind wirklich tausende Testkilometer, die da gemacht werden, um solche Systeme zu testen", erklärt Häußler. Die Technik habe sich in den letzten Jahren auch stark verbessert. Fehlauslösungen kämen hauptsächlich bei älteren Fahrzeugen vor.
Vogelexperte: Autobahn als Beutequelle für Greifvögel
Dass sich Greifvögel überhaupt an Autobahnen und anderen viel befahrenen Straßen aufhalten, liegt laut Greifvogel-Experte Robert Sammer aus Ulm am Jagdverhalten der Tiere. Die Vögel würden den vorbeifließenden Verkehr beobachten. "Denn dort wird oft ein Tier totgefahren", erklärt der Experte. Es könne zum Beispiel zu Zusammenstößen von Autos und kleineren Vögeln wie Amseln kommen. "Und den Vogel holt er sich dann", so Sammer.
Außerdem seien Autobahnen im Winter oft schneefrei, was die Jagd auf Mäuse und andere Feld- und Wiesenbewohner für Greifvögel erleichtere. In den Wintermonaten seien zudem mehr Greifvögel als sonst in der Region, da manche Arten als Winterflüchter aus dem hohen Norden nach Süddeutschland ziehen.