Das Märchen vom Froschkönig kennt fast jeder. Doch wer glaubt, dass ein Kuss auf eine Kröte Glück bringt, liegt falsch. Denn das sogenannte "Kröten Lecken" kann im schlimmsten Fall tödlich enden, warnt die Universität Ulm.
Laut einer Pressemitteilung der Universität versuchen weltweit immer mehr Menschen, sich über das Hautsekret der Aga-Kröte oder der Colorado-Kröte in einen Rauschzustand zu versetzen. Das Sekret dieser Tiere enthalte hochgiftige Bufotoxine, also Giftstoffe. Eigentlich dienen diese Stoffe der Kröte zum Schutz gegen Feinde.
Die Konzentration der Giftstoffe und halluzinogenen Substanzen ist nicht berechenbar. Schon geringe Mengen können zu schweren Vergiftungen führen.
Das Sekret enthält laut Universität zudem psychoaktive Substanzen, die in ihrer Wirkung halluzinogenen Drogen wie LSD ähneln. Schon kurze Zeit nach dem Konsum, ob durch Lecken oder Rauchen, setzt der Rausch ein. Doch die Risiken seien immens. Prof. Holger Barth, Toxikologe an der Uni Ulm, warnt vor Übelkeit, Herzrasen, Bluthochdruck, bis hin zum Herzstillstand.
Illegale Praktiken mit gefährlichen Folgen
Todesfälle sind keine Seltenheit. Die US-Nationalparks warnen mittlerweile vor Ort und auch in den sozialen Medien ausdrücklich davor, an den dort heimischen Colorado-Kröten zu lecken.
Wie der Toxikologe Holger Barth erklärt, werden Kröten hierzulande zwar legal gehandelt. Doch der Konsum ihres Giftes bleibt verboten. "Die Konzentration der Giftstoffe und halluzinogenen Substanzen ist nicht berechenbar", so Barth. "Schon geringe Mengen können zu schweren Vergiftungen führen."
Kein Trip, sondern Notaufnahme
Auch die schlechte Datenlage zu den Vergiftungserscheinungen stellt ein Risiko dar: Was in den sozialen Medien als "natürlicher LSD-Trip" angepriesen wird, ist in Wahrheit ein Rausch-Roulette. Tödlicher Ausgang nicht ausgeschlossen. "Das Risiko zu sterben ist gegeben." Studien und Zahlen von Opfern oder Menschen, die auf den Trips "hängengeblieben" sind, seien noch zu gering, um verlässliche Aussagen zu machen, wie das Krötengift wirke, so Holger Barth.