Vor allem Menschen, die aus dem Iran geflohen sind, und auch deren Kinder sind zu der Kundgebung am Rande des Münsterplatzes in Ulm gekommen. "Freiheit für Iran" ist das Motto. Die Demonstrierenden wollen die bereits seit Tagen laufenden Proteste gegen das Mullah-Regime in ihrem Heimatland unterstützen.
Eine Demo-Teilnehmerin berichtet unter Tränen, dass sie Angst um ihre Familie in Iran habe. Sie wisse nicht, was dort geschehe, nachdem das Internet abgeschaltet wurde. Deutschland dürfe die islamische Regierung nicht unterstützen. Ein Mann glaubt, dass die Proteste dieses Mal so gewaltig seien, dass das Mullah-Regime stürzen werde.
Manche zeigen die persische Flagge mit Löwe und Sonne, die bis zur Islamischen Revolution 1979 für das Schah-Regime stand. Auch Fotos von Reza Pahlavi, dem ältesten Sohn des Schah, werden gezeigt. Er lebt im Exil in den USA und unterstützt die Proteste im Iran.
Solidarität mit Protesten in Iran
Organisiert wurde der Protest in der Ulmer Innenstadt von einer Gruppe Exil-Iraner und -Iranerinnen, die in der Region wohnen. Anmelderin Afsaneh Holstein-Tabatabai sagte dem SWR, man habe sich zu der Kundgebung über die sozialen Netzwerke verabredet. Ziel sei es, Solidarität mit den Menschen im Iran zu zeigen.
Bundesregierung soll handeln
Mehrere Redner forderten die Bundesregierung zum Handeln auf. Unter anderem müssten die iranischen Revolutionsgarden wegen ihres Vorgehens gegen friedlichen Protest als terroristische Vereinigung eingestuft werden und das Mullah-Regime nicht mehr als legitime Regierung des Landes angesehen werden, so die Forderung.
Viele der Protestierenden äußerten ihre Sorge, weil kein Kontakt mit ihren Verwandten und Freunden im Iran möglich sei. Seit Tagen sperrt die Regierung in Teheran das Internet und die Telefonnetze. Unbestätigten Berichten zufolge sollen bei den Protesten im Land mehrere Hundert Menschen ums Leben gekommen sein.