Das Ulmer Parkhaus Deutschhaus in der Innenstadt ist am Samstagvormittag schon rappelvoll. Sogar noch mehr als an einem gewöhnlichen Samstag. Auffällig: Auf den Parkebenen stehen heute ganz besonders viele Autos mit bayerischem Kennzeichen. Von Augsburg über München, bis Dillingen und dem Oberallgäu ist alles dabei. Und natürlich Neu-Ulmer und Günzburger. Der Grund: In weiten Teilen Bayerns ist Feiertag. Da zieht es jede Menge Leute zum Shoppen und Bummeln nach Ulm - denn hier haben die Läden ganz normal geöffnet.
Bayerns Feiertag lockt nach Ulm
Auf den Gassen in der Ulmer Innenstadt trifft man bereits am Vormittag bei Temperaturen um die 30 Grad viele Bewohner aus Bayern, die extra zum Shoppen an die Donau gekommen sind. In einer SWR-Umfrage erzählen die meisten, dass sie die Gelegenheit nutzen, weil die Geschäfte in Bayern an diesem Tag geschlossen sind.
Eine Mutter aus Senden (Kreis Neu-Ulm) ist mit ihrer Tochter nach Ulm gekommen: "Shoppen für die kleine Tochter, für die kälteren Tage nächste Woche, weil in Bayern heute Feiertag ist", erzählt sie. Gerade die Nähe zu Baden-Württemberg sei praktisch. Auf ihrer Einkaufsliste stehen "wärmere Pullis und Hosen für den nahenden Herbst".
Auch Sandra aus Vöhringen (Kreis Neu-Ulm) nutzt den Feiertag für einen Besuch in Ulm: "Ich habe sonst nie Zeit nach Ulm zu kommen und deswegen habe ich das heute einfach ausgenutzt“. Um dem Andrang zuvorzukommen, startet sie früh: "Eben so früh, da ist die Wahrscheinlichkeit relativ gering, dass viele aus Bayern in Baden-Württemberg zum Einkaufen gehen." Sie ist sich bewusst über den Feiertagseffekt, aber ist sich sicher: "Die Baden-Württemberger würden das mit Sicherheit auch machen, wenn es andersrum wäre.“
Dass in Bayern alles zu ist, ist das häufigste Motiv zur Anreise: So war Ulm auch für Marco und Leonie aus Augsburg die naheliegendste Option. Denn Marco ist auf der Suche nach einem Anzug für eine Hochzeit - da versucht er hier sein Glück - und ist extra rund eine Stunde hergefahren. "Das war halt am nächsten in Baden-Württemberg. Deswegen ist es Ulm geworden", sagt Freundin Leonie.
Händler: zu heiß zum Bummeln
Bei einer nicht repräsentativen Umfrage unter Einzelhändlern in der Fußgängerzone, ist ein großes Thema aber die Hitze. Eigentlich sei es kein idealer Tag zum Shoppen und Bummeln sagen sie. Denn dafür sei es schlichtweg zu heiß. Am Nachmittag klettern die Temperaturen auf 34 Grad.
Darüber freuen sich aber wiederum die Gastronomen: Dort ist die Nachfrage riesig. So gut wie jedes Café ist voll, die Terrassenplätze, vor allem mit Schatten, sind heiß begehrt. So auch bei Café- und Barbesitzer Elias Vamvakas: "Für uns als Gastronomen ist es gut, davon profitieren wir natürlich."
Ein paar Gassen weiter zeigt sich dasselbe Bild: Zahlreiche Besucherinnen und Besucher tummeln sich auf der Terrasse eines Cafés. "Es wird seit heute Morgen nicht weniger", berichtet Mitarbeiterin Nuha Jendoubi. "Es ist ein bisschen stressig, aber das kriegen wir hin". Sie hat Freude an solchen Tagen, denn "das Wetter ist schön und die Leute sind gut drauf"
Mariä Himmelfahrt als Feiertag in Bayern macht Ulm zum Einkaufsziel für ganz unterschiedliche Besorgungen - oder einfach zum Verweilen. Die besondere Lage an der Landesgrenze sorgt dafür, dass Einkaufen in Ulm für viele Bayerinnen und Bayern am 15. August zur besten Option wird.