Elon Musk-Unterschrift gefälscht

Strafbefehl nach Drohungen: Mann aus Tuttlingen schickt Schweineaugen an Tesla

Ein 40-jähriger Tuttlinger sorgt für viel Aufregung: Er verschickt bizarre Pakete an Autobauer und Konsulate im In- und Ausland. Jetzt muss er eine Strafe zahlen.

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Von Autor/in Enrico Ferrari

Gegen den Mann hat das Amtsgericht Tuttlingen einen Strafbefehl erlassen - unter anderem wegen Urkundenfälschung und Körperverletzung. Zuerst hatte die "Schwäbische Zeitung" berichtet.

Unterschrift von Elon Musk gefälscht

Ab April 2022 bewarb sich der Mann laut Anklage des Amtsgerichts Tuttlingen mehrfach beim Tesla-Konzern und erhielt jeweils eine Absage. Demnach habe er mehrfach Personalverantwortliche aufgefordert, sein Anschreiben an den Vorstandsvorsitzenden Elon Musk zu senden. Dabei habe er auch ein Schreiben mit einer eingescannten Unterschrift von Musk versehen. Laut Anklageschrift habe er den Eindruck erwecken wollen, der Tesla-Chef selbst habe das Schreiben erstellt. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart wertete dies als Urkundenfälschung.

Nach Informationen des Amtsgerichts Tuttlingen hat er mehrmals - unter anderem gegenüber Polizeidienststellen - behauptet, dass "schwere Terroranschläge" gegen Angestellte von Tesla und SpaceX bestehen. Dabei seien auch führende Konzernmitarbeitende beteiligt. Laut Anklageschrift wusste der 40-Jährige, dass solche Anschläge nicht geplant waren. Ihm sei es auch darauf angekommen, ein Verfahren gegen die betroffenen Mitarbeitenden herbeizuführen.

Falsche Bombenmeldung: Bundesverkehrsminister in Sicherheit gebracht

Im November 2022 habe der Mann zudem bei einer Service-Hotline eine Bombe im Tesla-Werk in Berlin-Brandenburg gemeldet, heißt es weiter. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, in Kauf genommen zu haben, dass die Fabrik evakuiert wird.Tatsächlich löste der Anruf einen größeren Einsatz aus: Der hauseigene Sicherheitsdienst suchte nach einer Bombe und machte mehr Kontrollgänge. Außerdem sei der damalige Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) an dem Tag auf dem Gelände gewesen. Er sei nach dem Anruf des Tuttlingers in Sicherheit gebracht worden.

Knapp 70 Pakete mit Schweineaugen versendet

Besonders bizarr: Der 40-Jährige hat zwischen November 2022 und Januar 2023 Schweineaugen per Post an mehrere Niederlassungen des Autobauers verschickt. Auch andere Autohersteller und Konsulate im In- und Ausland haben solche Pakete erhalten. Das hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart dem SWR bestätigt. Wie eine Sprecherin des Amtsgerichts Tuttlingen berichtet, sollen es 68 Pakete mit Schweineaugen gewesen sein. Einige hat der Mann zudem an Tesla-Mitarbeitende in höheren Positionen verschickt.

Die teils stark verwesten Schweineaugen sollen einen beißenden Geruch verbreitet haben. Laut "Schwäbische Zeitung" lösten die Sendungen bei mehreren Empfängern Übelkeit und Erbrechen aus. Die Ermittler werten das unter anderem als Körperverletzung.

Mann hatte bereits Probleme mit dem Gesetz

Zu der Hauptverhandlung Mitte Juli ist nur der Rechtsanwalt des 40-Jährigen erschienen - der Mann selbst nicht. Daher hat das Amtsgericht Tuttlingen einen Strafbefehl erlassen. Er muss 13.000 Euro zahlen. Der Anwalt hat angekündigt, gegen den Strafbefehl Widerspruch einzulegen.

Nicht zum ersten Mal hatte der Mann die Justiz beschäftigt. Schon zuvor hatte das Amtsgericht einen weiteren Strafbefehl gegen den 40-Jährigen erlassen. Im Juni 2026 wurde demnach eine Geldstrafe von 11.250 Euro rechtskräftig, weil er ohne Fahrerlaubnis und ohne Versicherungsschutz gefahren sein soll.

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Enrico Ferrari
Enrico Ferrari ist Reporter für Hörfunk, Fernsehen und Online beim SWR im Studio Tübingen.