Der Nachtfrost hat bereits einen Teil der frühblühenden Kirschen und einen Großteil der Aprikosen im Kreis Reutlingen und im Ermstal zerstört. Bei Apfel und Birne jedoch gibt es Hoffnung.
Kälte und Nachtfrost sorgen für braune Blüten bei Aprikosenbäumen
Minusgrade und eine teilweise geschlossene Schneedecke haben den Blüten stark zugesetzt. Besonders die Aprikosenblüte ist betroffen. Roland Heinkel vom Obst- und Gartenbauverein Dettingen berichtet, dass im Ermstal 60 bis 70 Prozent der Aprikosenblüten erfroren sind, da die Aprikosen seit zwei Wochen blühen.
Frühe Kirschblüte verträgt keinen Nachtfrost
Die Ermstaler Knorpelkirsche hat in den frühen Lagen gerade erst zu blühen begonnen. Einige Blütenblätter sind gräulich, was auf Frostschäden hinweist. In Reutlingen hielten die Minusgrade mehrere Stunden an, wodurch 20 bis 40 Prozent der frühen Kirschen betroffen sind. Thilo Tschersich, Kreisfachberater für Obst- und Gartenbau, erklärt, dass diese Blüten einen schwarzen Fruchtknoten aufweisen und somit unbrauchbar sind. Auch Schlehen und frühe Zwetschgen sind betroffen.
Bisher keine Ernteausfälle bei Kirsche zu erwarten
Es gibt jedoch noch viele mittel- und spätblühende Kirschen, die vom Frost verschont geblieben sind. Sie haben noch gute Chancen optimal zu gedeihen.
Auch Roland Heinkel zeigt sich zuversichtlich. Minusgrade zu dieser Jahreszeit seien normal und noch nicht gravierend. Dass ein Teil der Blüten nicht überlebt, gehöre zur natürlichen Ausdünnung.
Blüten von Birne und Apfel sind vom Nachtfrost verschont geblieben
Auch bei Birnen und Äpfeln gibt es Entwarnung: Durch die Kälte ist ihr Wachstum gebremst. Sie haben noch gar nicht geblüht. Bei ihnen kommt erst jetzt die spannende Phase, die vom Wetter abhängt, erklärt Thilo Tschersich.
Wenn der Frost weicht und die Sonne bleibt, könnte Ostern in einem Meer aus Kirsch- und Birnenblüten erstrahlen.