Die Universität Tübingen und der Reutlinger Journalist Wolfgang Bauer haben am Freitag mit den Ausgrabungen an der Burgruine Hohengenkingen begonnen. Die Überreste der Burg liegen auf dem Berg Hohengenkingen in Sonnenbühl-Undingen (Kreis Reutlingen). Hoffnung und Ziel sind groß: Die Forscherinnen und Forscher wollen die Burgruine so gut es geht erhalten und mehr über das Leben der Menschen im Mittelalter erfahren.
Krisenjournalist erforscht "Zeitmaschine im Wald"
Sonst ist Wolfgang Bauer als Journalist in der Ukraine oder in Afghanistan unterwegs, aber jetzt forscht er quasi vor der eigenen Haustür. Von der Burg Hohengenkingen sind nur noch wenige Gemäuer erhalten. Der Klimawandel lässt die Überreste noch schneller zerfallen. Mit der Initiative "die Burg" haben sich Historiker, Journalisten und Archäologen zusammengetan, um mehr über das Leben auf der Burg zu erfahren. Wolfgang Bauer bezeichnet die Ruine als eine "Zeitmaschine im Wald".
Burg Hohengenkingen: Ist sie abgebrannt?
Schicht für Schicht, Scherbe für Scherbe, Stein für Stein wird untersucht. Die Forschenden wollen wissen, wer die Leute waren, die hier gelebt haben. Wann die Burg gebaut und wann sie zerstört wurde. Bisher ist kaum etwas bekannt. Verbrannte Kalksteine lassen darauf schließen, dass der Burgturm während einer Schlacht einst komplett abgebrannt ist. Was das für eine Schlacht gewesen sein könnte - auch das soll erforscht werden.
Hier wurde gewohnt, gelebt, geheizt - was Menschen halt so machen.
Archäologen der Uni erforschen die Burggeschichte
Sören Frommer ist leitender Mittelalter-Archäologe auf der Burg. Zusammen mit Archäologie-Studierenden der Uni Tübingen hat er mit den Ausgrabungen begonnen. Einsturzgefährdete Bereiche wurden abgesichert. Jetzt möchten die Archäologen herausfinden, welche Teile der Burg zuerst gebaut wurden. Keramik-, Glas- und Eisenstücke hoffen sie im ehemaligen Wohnbereich der Ruine zu finden, sagte Frommer dem SWR.
Schilder und Wanderwege auf dem Berg Hohengenkingen sollen helfen, die Burg sichtbarer zu machen. Die Grabungen sollen dort nun langfristig stattfinden. Deswegen hofft die Privatinitiative auf Spenden für ihre Forschung.