Auf Tour im Kriegsgebiet

"Beeindruckende Begegnungen": Johannes Kretschmann bereist Ukraine

Johannes F. Kretschmann aus Sigmaringen verbringt seinen Urlaub in der Ukraine. Der Sohn des baden-württembergischen Ministerpräsidenten schaut nach den Folgen des Krieges.

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Stand

Von Autor/in Harry Röhrle

Der Bundestagsabgeordnete der Grünen, Johannes Kretschmann, ist derzeit in der Ukraine unterwegs. Den Besuch im Kriegsgebiet hat er privat und auf eigene Kosten organisiert, es ist also keine Abgeordneten-Reise. "Ich nutze meinen Status, um hochkarätige Gespräche zu führen", sagte Kretschmann dem SWR. So hat er sich mit Aktivisten von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) getroffen.

Ukraine-Krieg: Kretschmann ist besorgt

Johannes Kretschmann (Grüne) hat mit Aktivisten, mit Kriegsveteranen und mit Journalisten gesprochen. Alle zeichnen ein düsteres Bild über die Zukunft der Ukraine, berichtet er, besonders, wenn die Ukraine keine Hilfe mehr aus dem Westen bekommen sollte. Dann, so Kretschmann, werde die Ukraine nicht mehr die sein, die sie jetzt ist. Die Folge seien Millionen von Flüchtlingen.

Johannes Kretschmann an der Potemkinschen Treppe in Odessa, im Hintergrund Rauch nach einem russichen Drohnenangriff
Johannes Kretschmann an der Potemkinschen Treppe in Odessa: im Hintergrund Rauch nach einem russichen Drohnenangriff. Johannes Kretschmann

Gespräche noch vor Bereitschaft der Ukraine zum Waffenstillstand

Täglich ändert sich die Nachrichtenlage rund um den Krieg gegen die Ukraine. Johannes Kretschmann hat seine Gespräche geführt, bevor die Ukraine am Mittwoch ihre Bereitschaft zu einem Waffenstillstand erklärt hat und deshalb wieder Militärhilfen aus den USA bekommt.

Trotzdem ist Johannes Kretschmann überzeugt, dass es in dem Angriffskrieg von Russland um das Schicksal von Europa und letztendlich auch "um unser Schicksal geht". Diesen Eindruck, den er bei seiner Reise gewonnen hat "könne ihm keiner so schnell ausreden".

Dunkle Rauchschwaden hinter einem Gebäude an einer leeren Straße in der ukrainischen Hafenstadt Odessa sach einem Drohnenangriff.
Eine Aufnahme von Johannes Kretschmann: Dunkle Rauchschwaden über einem Gebäude in der ukrainischen Hafenstadt Odessa nach einem Drohnenangriff. Johannes Kretschmann

Kretschmann hat Luftalarm und Drohnenangriff auf Odessa miterlebt

Den Kriegsalltag hat Johannes Kretschmann hautnah bei einer russischen Drohnenattacke auf die südukrainische Hafenstadt Odessa miterlebt. Zunächst heulten die Sirenen des Luftalarms, dann habe er immer wieder Detonationen der Drohneneinschläge gehört, so Kretschmann. Danach hing Rauch über der Millionenstadt.

Deshalb sei seine Reise so wichtig gewesen um zu erfahren, was Krieg bedeute, aber auch um das große Ganze und die Zusammenhänge zu sehen. "Meine Sorgen sind gewachsen", fasst Johannes Kretschmann die Eindrücke seiner Ukrainereise zusammen.

Sigmaringen
Johannes Kretschmann (Bündnis 90Die Grünen), Sohn des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, steht 2021 am Rande eines Festes in einer Streuobstwiese

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