Der Bundestagsabgeordnete der Grünen, Johannes Kretschmann, ist derzeit in der Ukraine unterwegs. Den Besuch im Kriegsgebiet hat er privat und auf eigene Kosten organisiert, es ist also keine Abgeordneten-Reise. "Ich nutze meinen Status, um hochkarätige Gespräche zu führen", sagte Kretschmann dem SWR. So hat er sich mit Aktivisten von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) getroffen.
Ukraine-Krieg: Kretschmann ist besorgt
Johannes Kretschmann (Grüne) hat mit Aktivisten, mit Kriegsveteranen und mit Journalisten gesprochen. Alle zeichnen ein düsteres Bild über die Zukunft der Ukraine, berichtet er, besonders, wenn die Ukraine keine Hilfe mehr aus dem Westen bekommen sollte. Dann, so Kretschmann, werde die Ukraine nicht mehr die sein, die sie jetzt ist. Die Folge seien Millionen von Flüchtlingen.
Gespräche noch vor Bereitschaft der Ukraine zum Waffenstillstand
Täglich ändert sich die Nachrichtenlage rund um den Krieg gegen die Ukraine. Johannes Kretschmann hat seine Gespräche geführt, bevor die Ukraine am Mittwoch ihre Bereitschaft zu einem Waffenstillstand erklärt hat und deshalb wieder Militärhilfen aus den USA bekommt.
Trotzdem ist Johannes Kretschmann überzeugt, dass es in dem Angriffskrieg von Russland um das Schicksal von Europa und letztendlich auch "um unser Schicksal geht". Diesen Eindruck, den er bei seiner Reise gewonnen hat "könne ihm keiner so schnell ausreden".
Kretschmann hat Luftalarm und Drohnenangriff auf Odessa miterlebt
Den Kriegsalltag hat Johannes Kretschmann hautnah bei einer russischen Drohnenattacke auf die südukrainische Hafenstadt Odessa miterlebt. Zunächst heulten die Sirenen des Luftalarms, dann habe er immer wieder Detonationen der Drohneneinschläge gehört, so Kretschmann. Danach hing Rauch über der Millionenstadt.
Deshalb sei seine Reise so wichtig gewesen um zu erfahren, was Krieg bedeute, aber auch um das große Ganze und die Zusammenhänge zu sehen. "Meine Sorgen sind gewachsen", fasst Johannes Kretschmann die Eindrücke seiner Ukrainereise zusammen.