Förderung in Millionenhöhe soll Spitzenforschung stärken

Die Unis Tübingen, Heidelberg und das Karlsruher Institut für Technologie bleiben "exzellent"

Deutschland fördert bis zu 15 Exzellenzuniversitäten. Drei liegen in Baden-Württemberg: Tübingen, Heidelberg und das KIT. Das teilten Wissenschaftsrat und DFG mit.

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Von Autor/in Sabrina Kır

Die Exzellenzkommission hat entschieden: Tübingen, Heidelberg und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gehören auch in der kommenden Förderperiode zur Gruppe der Exzellenzuniversitäten in Deutschland. Die Kommission besteht aus internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Vertretern von Wissenschaftsrat und Deutscher Forschungsgemeinschaft. Die Förderung ist Teil der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern und soll international sichtbare Spitzenforschung stärken sowie Universitäten strategisch weiterentwickeln.

Was der Exzellenzstatus bedeutet

Mit dem Status ist eine Förderung von rund zehn bis 15 Millionen Euro pro Jahr verbunden. Die neue Förderphase beginnt am 1. Januar 2027 und läuft sieben Jahre. Nicht mehr dabei ist die Universität Konstanz. Sie konnte in der aktuellen Runde nur noch ein Exzellenzcluster sichern. Für den Status als Exzellenzuniversität sind jedoch mindestens zwei Exzellenzcluster erforderlich. Tübingen ist seit 2012 Exzellenzuniversität, Heidelberg und das KIT seit 2019.

Die Exzellenzunis sind einfach unsere Leuchttürme für die Spitzenforschung in Deutschland.

Neue Aula der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen als Symbol der erneut als Exzellenz-Universität ernannten Uni.
Die Eberhard Karls Universtität Tübingen hat mit ihrer interdisziplinären Forschung die meisten geförderten Exzellenz-Cluster in Baden-Württemberg. Bernd Weißbrod

Universität Tübingen verteidigt ihren Status

Die Eberhard Karls Universität Tübingen gehört seit 2012 zu den Exzellenzuniversitäten. Mit der neuen Entscheidung bleibt sie auch in der kommenden Förderphase Teil des exklusiven Förderkreises. Mit insgesamt sechs Exzellenzclustern verfügt Tübingen derzeit über die meisten geförderten Cluster in Baden-Württemberg. In ihrer Strategie setzt die Hochschule besonders auf interdisziplinäre Forschung, zum Beispiel in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Medizin und Neurowissenschaften. So arbeiten Forschende etwa im Exzellenzcluster "Machine Learning - New Perspectives for Science" daran, Methoden der Künstlichen Intelligenz für unterschiedlichste wissenschaftliche Disziplinen nutzbar zu machen.

Mitarbeiter der Uni Tübingen jubeln bei der Bekanntgabe, dass die Universität Tübingen Exzellenzuni bleibt. Damit bekommt die Uni weiterhin Fördermittel in Millionenhöhe.
Große Freude an der Universität Tübingen, bei der Bekanntgabe am Mittwochabend, dass die Uni Exzellenzuni bleibt. Damit fließen weiterhin Fördermittel in Millionenhöhe. Sabrina Kir

Auch an der Universität Tübingen wurde die Entscheidung gefeiert. Rektorin Karla Pollmann sprach in der Alten Aula von einem Erfolg, für den viele Menschen sehr hart gearbeitet hätten. Die Förderung von Bund und Ländern ermögliche es, an das bisher Erreichte anzuknüpfen und die Universität entlang ihrer strategischen Ziele weiterzuentwickeln.

Da sind wir einfach auch wieder ein Leuchtturm für die Region.

In der kommenden Förderphase will die Universität unter anderem exzellente, interdisziplinäre Forschung sowie forschungsbasierte Lehre weiter stärken und sich stärker an Lösungen für globale Herausforderungen und gesellschaftlichen Fortschritt beteiligen.

Eingangsportal der Neuen Universität Heidelberg. Auch sie darf wieder den Titel exzellenz-Uni tragen.
Mit der Förderung möchte auch die Exzellenz-Uni Heidelberg weiterhin langfristige Forschungsprogramme unterstützen. Roland Wittek

Heidelberg setzt auf internationale Spitzenforschung

Auch die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg bleibt Exzellenzuniversität. Die 1386 gegründete Hochschule gilt als älteste Universität Deutschlands und gehört seit Beginn der Exzellenzinitiative zu den erfolgreichsten Standorten im Wettbewerb. Heidelberg setzt besonders auf Lebenswissenschaften, Medizin, Physik und interdisziplinäre Grundlagenforschung. Zahlreiche internationale Kooperationen und Forschungseinrichtungen prägen den Standort. Im Exzellenzcluster "3D Matter Made to Order" etwa entwickeln Forschende neue Materialien und Fertigungstechnologien, die unter anderem in Medizin und Industrie eingesetzt werden können. Mit dem erneuten Erfolg kann die Universität ihre langfristigen Forschungsprogramme weiter ausbauen und ihre internationale Sichtbarkeit stärken.

KIT: Universität mit großem Forschungszentrum

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) nimmt im deutschen Wissenschaftssystem eine besondere Rolle ein: Es verbindet eine Universität mit einem großen Forschungszentrum. Schwerpunkte liegen unter anderem in den Bereichen Energie, Klima, Digitalisierung und Mobilität der Zukunft. Diese Themen spielen auch im Rahmen der Exzellenzstrategie eine wichtige Rolle. Im Exzellenzcluster "Post Lithium Storage" arbeiten Forschende beispielsweise an neuen Batterietechnologien, die künftig leistungsfähigere Energiespeicher ermöglichen sollen. Die erneute Förderung soll dazu beitragen, innovative Technologien zu entwickeln und wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in praktische Anwendungen zu überführen. Mit Tübingen, Heidelberg und Karlsruhe bleiben damit drei Hochschulen aus Baden-Württemberg im Kreis der wichtigsten Forschungsuniversitäten Deutschlands.

Logo des KIT - 20 Jahre nach der Fusion
Das Karlruher Institut für Technologie (KIT) sticht unter den Exzellenz-Unis mit seinem Forschungszentrum hervor. Uli Deck

Am KIT freute man sich am Abend über die Auszeichnung und die Förderung als Exzellenzuniversität. "Wir sind überglücklich. Das ist der Lohn für die großen Anstrengungen der vergangenen Jahre", so KIT-Präsident Jan S. Hesthaven in einer Mitteilung. Die mit der Förderung als Exzellenzuniversität verbundenen finanziellen Möglichkeiten will das KIT nach eigenen Angaben nutzen, um die drei Säulen seiner Vision "Zukunft gestalten", "Wissenschaft und Innovation vorantreiben" sowie "Talente fördern" erfolgreich zu stärken und mit gezielten Maßnahmen voranzutreiben.

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Autor/in
Sabrina Kır
Portraitaufnahme von Sabrina Kir bei SWR Aktuell im Studio Tübingen.

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