Die Sankt Ulrich Kirche in Geislingen (Zollernalbkreis) ist schon seit über einem Jahr geschlossen. Und das bleibt sie mindestens bis zum nächsten Frühjahr. Denn die Kirche mitten im Ort wird renoviert. Die Hälfte ist jetzt geschafft.
An Ostern 2024 war der letzte Gottesdienst vor den Bauarbeiten, und wenn die Bauarbeiten weiter gut laufen, wird es nächstes Jahr an Ostern den ersten Gottesdienst danach geben. Es ist die derzeit größte Kirchenrenovierung der Diözese; sie kostet um die 3,5 Millionen Euro, sagte Kirchenpfleger Heinrich Kirmeier dem SWR. Dabei ist das Gotteshaus keineswegs so richtig alt.
Kirche aus dem 20. Jahrhundert
Gebaut wurde Sankt Ulrich von 1927 bis 1928. Die alte Pfarrkirche, die bis dahin dort stand, war zu klein geworden. Man hat sie abgerissen, bloß der Turm blieb stehen. Das Chorgewölbe wurde dabei, so erzählen die Chroniken, sorgfältig abgebaut und in der neuen Kirche dann wieder verwendet. Für den weiteren Innenausbau gingen die Geislinger Katholiken und die Diözese einen mutigen Schritt. Sie ließen den gotischen Chor mit der Moderne in Verbindung treten.
Maler gestaltet Altar als Bühnenbild
Der noch junge Kunstmaler Albert Birkle wurde engagiert. Er stammte aus Berlin, hatte aber familiäre Bindungen ins Hohenzollerische. Birkle wählte moderne Regenbogen-Farben und inszenierte das Gewölbe als Palmendach mit viel Gold und Rot. So - und mit einem schlichten großen Kreuz im Altar - wollte er die Herrlichkeit Gottes darstellen, erklärt Kirchenpfleger Kirmeier. Der Künstler, der 1986 in Salzburg starb, hat sich später als Maler christlicher Glasfenster einen Namen gemacht. Auch die Fenster der Sankt Josef Kirche in Herrenberg (Kreis Böblingen) stammen von Albert Birkle.
Künftig mehr Platz und mehr Licht in der Geislinger Kirche
Vor einigen Jahren wurden in der Kirche Feuchtigkeit und andere Schäden festgestellt. Das wird jetzt mit der zweijährigen Sanierung behoben. Außerdem wird die Zahl der Sitzplätze von bisher tausend auf künftig 600 reduziert. Das schafft mehr Platz. Und ein neues Lichtkonzept soll die expressionistische Stimmung wieder hervorheben.
Derzeit laufen die Arbeiten laut Kirmeier nach Plan, es könnte also mit der Wiedereröffnung um Ostern 2026 klappen.