Das "ALB" soll für Albstadt stehen - so stellt sich das Oberbürgermeister Roland Tralmer (CDU) vor. Ein eigenes Autokennzeichen für seine Stadt hätte viele Vorteile, sagt er. Es würde ein gewisses Selbstbewusstsein ausdrücken. Immerhin ist Albstadt mit rund 47.000 Einwohnerinnen und Einwohnern die größte Stadt im Zollernalbkreis, gleichzeitig aber auch die jüngste.
Wir-Gefühl bei Einwohnern stärken
50 Jahre nach Gründung der Stadt Albstadt durch eine Gemeindereform ist es laut Tralmer Zeit für ein eigenes Kennzeichen, um das Wir-Gefühl bei den Einwohnern zu stärken. Mit anderen Rathauschefs hat er einen Brief an das baden-württembergische Verkehrsministerium geschrieben.
Mit dem ALB-Kennzeichen für die eigene Stadt werben
Der Oberbürgermeister denkt aber auch an die Außenwirkung: Wenn die Autos mit ALB-Kennzeichen unterwegs seien - etwa in Stuttgart oder im Umland - würden sie auch dort die Menschen auf Albstadt aufmerksam machen. Und so könnte die Stadt vielleicht noch mehr Touristen anlocken.
Autokennzeichen für kleinere Städte
Zugegeben: Die Idee für ein eigenes Autokennzeichen kam nicht von Tralmer, sondern von der Hochschule Heilbronn. Dort erforscht Professor Ralf Borchert, welche Vorteile die Einführung neuer Ortskennzeichen haben könnte. Seine Projektidee: Städte und Gemeinden mit über 20.000 Einwohnerinnen und Einwohnern sollen ein eigenes Kennzeichen bekommen.
Das habe laut Borchert nur Vorteile: Für die Städte sei das Kennzeichen ein wichtiges Instrument für das Stadtmarketing. Und vor allem wäre es für die Städte kostenlos. Die Zulassung würde über den jeweiligen Landkreis laufen. Die Kosten würden die Bürgerinnen und Bürger tragen, die das Kennzeichen beantragen. Der einzige Knackpunkt: Neue Kennzeichen, die nicht auf alte Landkreise zurückgehen, darf man nicht ohne weiteres Einführen. Dafür müsste der Bund seine Gesetze ändern.
Gemeinsamer Brief der Rathauschefs ans Verkehrsministerium
Deswegen haben siebzehn Oberbürgermeister aus Baden-Württemberg Unterstützung angefordert. Im Juli haben sie einen Brief an den BW-Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) geschickt. Der hatte bisher aber nur wenig Erfolg. Auf Anfrage des SWR schreibt das Verkehrsministerium: Man unterstütze den Wunsch nach regionaler Identität. Die Entscheidung, ob neue Autokennzeichen zugelassen werden dürfen, liege aber beim Bund. Dort stoße die Idee im Moment auf wenig Unterstützung.
Was halten Sie vom Autokennzeichen für kleinere Städte? Der SWR hat auf Facebook nachgefragt. Bei der Abstimmung hat eine Mehrheit für die eigenen Autokennzeichen gestimmt.
Würden sich die Albstädter ein ALB-Kennzeichen holen?
Eine nicht-repräsentative Umfrage vom SWR hat ein gemischtes Stimmungsbild ergeben. Mehrere Leute haben dem SWR gesagt, dass sie die Idee begrüßen. Sie fänden es schön, wenn man gleich sehe, dass sie von der Alb kommen. Wenn es das Kennzeichen gebe, würden sie es beantragen. Andere Leute kritisieren die Idee. Ein Mann hat gesagt, die Diskussion um das Kennzeichen komme zu spät. Ein eigenes Nummernschild hätte mit der Gründung der Stadt schon vor 50 Jahren kommen sollen. Eine Frau meinte, nicht jede Stadt brauche ein eigenes Kennzeichen.
Albstadts OB Tralmer hält trotzdem an der Idee vom "ALB"-Kennzeichen fest. Natürlich habe die Stadtverwaltung im Moment größere Probleme, sagt er. Aber das Kennzeichen wäre einfach eine gute Sache. Und er ist sich sicher, dass das Kennzeichen in der Stadt gut angenommen werden würde.