Spendenaktion gestartet

Futtersäcke aufgeschlitzt, Öl ausgeleert: Wieslaufmühle total verwüstet

Unbekannte haben Anfang Oktober die Wieslaufmühle in Schorndorf komplett verwüstet. Die Versicherung zahlt den Schaden nicht. Aber die Betreiber der Mühle geben nicht auf.

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Von Autor/in Vanessa Sieck

Ein Lkw rollt rückwärts vor den Eingang der Wieslaufmühle in Schorndorf-Haubersbronn (Rems-Murr-Kreis). Die Ladung - dreieinhalb Tonnen Futter - wird schon sehnsüchtig erwartet. Denn nachdem ein oder mehrere Unbekannte in der Nacht vom 4. auf den 5. Oktober im Hofladen, der Garage und auch auf den anderen Stockwerken der Mühle gewütet haben, muss das Lager neu aufgefüllt werden.

Wieslaufmühle verwüstet: Polizei findet keine Spuren

Die Polizei schätzt den Schaden auf rund 15.000 Euro. Futtersäcke waren aufgeschlitzt, Leinöl ausgeleert, Kanister angestochen. "In einem Raum haben sie das Pizzamehl einmal gegen die Decke geworfen, sodass sich überall der Mehlstaub verteilte", erzählt Alexandra Domokos, die zusammen mit ihrem Mann Sascha die Wieslaufmühle seit zwei Monaten betreibt. In ihrem Mühlenladen verkaufen sie Tierfutter, aber auch Mehl und Backzutaten.

Es war eine bunte Mischung aus Natronlauge, Rapsöl, Fliegen- und Mähnenspray. Es war eklig, da hat es einem den Magen umgedreht.

Hinweise auf die oder den mutmaßlichen Randalierer gibt es bislang keine. Einen Dumme-Jungen-Streich schließt Domokos aus. "Dafür war es zu durchdacht. Die haben genau gewusst, was sie machen", meint die Betreiberin. Als sie das ganze Ausmaß der Zerstörung überblickt habe, habe sie nicht viel denken können, erzählt sie weiter. "Es war unfassbar. Die ersten zwei Tage waren wir im Tunnelblick, im Nebel irgendwie."

Versicherung zahlt nicht, Spendenaktion gestartet

Mittlerweile sind kaum noch Spuren der Verwüstung zu sehen. Mit der Hilfe von Freunden, Familie und Eberhard Degele, dem ehemaligen Betreiber der Wieslaufmühle, wurde so schnell wie möglich neues Futter organisiert und alles geputzt. Neben Industriestaubsaugern kamen auch Schneeschaufeln zum Einsatz. "Damit haben wir im ersten Stockwerk das ganze verstreute Mehl, das Mineralfutter, die Kürbiskerne und auch die Karottenschnitzel in Säcke gefüllt", erzählt Alexandra Domokos.

Aufgeben sei zu keinem Zeitpunkt eine Option gewesen, erzählt Alexandra Domokos, auch wenn schnell klar sei, dass die Versicherung nicht zahlt. Die Schwester von Sascha Domokos hat deswegen eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Mehr als 12.000 Euro sind so bereits zusammengekommen. "Es ist ein ganz tolles, beruhigendes Gefühl, und es bestätigt einen darin weiterzumachen", sagt Alexandra Domokos.

Wir sind unheimlich dankbar und froh um alles, was Familie und Freunde ins Leben gerufen haben.

Nach Einbruch: Überwachungskamera angebracht

Alexandra und Sascha Domokos gehen mit viel Hoffnung in die nächste Zeit. Ihre Kundinnen und Kunden unterstützen sie. Sie sind froh, dass sie schon wenige Tage nach dem Einbruch wieder einkaufen kommen können. "Viele haben keinerlei Lagermöglichkeiten im Stall. Die brauchen ihr Pferde- oder Hühnerfutter oder was auch immer einfach wöchentlich", sagt Alexandra Domokos, die zuvor selbst schon viele Jahre im Mühlenladen eingekauft hat.

In der Wieslaufmühle in Schorndorf wurden Mehltüten aufgeschlitzt.
Aufgeschlitzte Tüten in den Regalen: In der Wieslaufmühle wird zwar kein Mehl mehr selbst gemahlen, aber noch welches verkauft. Dieses hier musste nach dem Einbruch weggeworfen werden. Wieslaufmühle Haubersbronn

Insgesamt sind in den ersten Tagen nach dem Schreckmoment knapp zehn Tonnen Futter in Haubersbronn angekommen. "Die Lieferanten waren super. Die haben geguckt, was sie im Lager übrig haben und kurzfristig abgeben können", so Domokos. Eines wurde aber schon vor der ersten Futterlieferung gemacht: eine Überwachungskamera angebracht. Weitere sollen folgen.

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Vanessa Sieck
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