Bericht der Staatsanwaltschaft Heilbronn

Nach Tod von Luca S. in Esslingen: Keine Ermittlungen gegen Polizei

2024 schockierte der Brand und die Tötung eines Mannes die Stadt Esslingen. Dann wurden Vorwürfe laut, Behörden hätten zuvor zu wenig getan. Nun ziehen Ermittler ein Fazit.

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Stand

Von Autor/in Christian Spöcker

Etwas mehr als ein halbes Jahr nach einem Brand und der Tötung eines 31-jährigen Mannes in Esslingen hat die Staatsanwaltschaft Heilbronn die Untersuchung darüber abgeschlossen, ob Ermittler und Behörden in der Region Stuttgart vor der Tat fehlerhaft gehandelt haben. Es gebe keine hinreichenden Anhaltspunkte für strafrechtlich relevante Versäumnisse, teilte die Staatsanwaltschaft Heilbronn am Dienstag in einer Mitteilung mit. Daher seien keine Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung sowie weiterer Delikte eingeleitet worden. Bei dem Vorfall im November 2024 soll ein 61-jähriger Mieter den Sohn des Vermieters erschossen haben. Der Mieter soll außerdem Feuer in dem Haus gelegt und sich dann selbst getötet haben.

Staatsanwaltschaft Heilbronn entlastet Polizei in Esslingen

Die Staatsanwaltschaft weist darauf hin, sie habe nicht untersucht, wie die Tat im November 2024 hätte verhindert werden können. Stattdessen sei es rein darum gegangen, ob die Beteiligten zum Entscheidungszeitpunkt fachlich und rechtlich vertretbar gehandelt hätten. Nach dem Vorfall im November 2024 hatte der Vater des Opfers Luca S. der Polizei vorgeworfen, sie hätte die Tat verhindern können.

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Doch sie sei nicht seinen Hinweisen gefolgt und habe es unterlassen, die Wohnung des mutmaßlichen Täters zu durchsuchen, so der Vater des getöteten Luca S. Er konnte von einem Balkon gerettet werden, Lucas Verlobte kam mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus. Sie war aus einem der Fenster des Hauses gesprungen, um sich zu retten.

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Bericht: Keine konkreten Anhaltspunkte für Schussgerät

In ihrem Bericht erklärt die Staatsanwaltschaft Heilbronn nun ausführlich, warum aus ihrer Sicht weder der Staatsanwaltschaft Stuttgart noch anderen Behörden strafrechtlich relevante Vorwürfe zu machen sind. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft Stuttgart habe beispielsweise kein auf konkreten Tatsachen beruhender Anfangsverdacht bestanden, dass der Mieter über eine Schusswaffe oder ein selbst hergestelltes Schussgerät verfügt. Ein Polizeisprecher hatte dem SWR kurz nach der Tat gesagt, dass es sich bei den aufgefundenen möglichen Tatwaffen nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen um selbst hergestellte Schusswaffen handle.

Die Staatsanwaltschaft Heilbronn kommt nun außerdem zu dem Ergebnis, es hätten nicht die nötigen Voraussetzungen vorgelegen, die nötig gewesen wären, um den Mieter vor dem Vorfall in Untersuchungshaft zu nehmen: Es habe zwar ein Tatverdacht wegen Bedrohung, Körperverletzung und Beleidigung bestanden, aber nicht die gesetzlich erforderlichen Haftgründe wie Flucht- und Verdunkelungsgefahr oder Wiederholungsgefahr.

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Ermittler: Dringende Gründe für Einweisung fehlten

Außerdem bestanden aus Sicht der Staatsanwaltschaft Heilbronn auch nicht die Voraussetzungen dafür, den Mieter vor der Tat gegen seinen Willen in einem psychiatrischen Krankenhaus unterzubringen. "Allein das bloße Bestehen einer etwaigen fort dauernden psychischen Störung und deren Behandlungsbedürftig rechtfertigen noch keine strafrechtliche Unterbringung", so die Staatsanwaltschaft Heilbronn. Auch der Stadt Esslingen, dem Gesundheitsamt beim Landratsamt Esslingen und dem Polizeipräsidium Reutlingen sind aus Sicht der Staatsanwaltschaft Heilbronn keine Vorwürfe zu machen, die strafrechtlich relevant sind und ein Ermittlungsverfahren rechtfertigen.

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