Weil es in Baden-Württemberg zuletzt viel geregt hat, ist an vielen Orten der Stand des Grundwassers gestiegen. "Der nasse Herbstbeginn hat für eine Erholung der Bodenfeuchte und eine Stabilisierung der Grundwassersituation gesorgt", heißt es in einem aktuellen Bericht der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW). An zahlreichen Quellen sowie verbreitet im Schwarzwald und im mittleren Oberrheingraben gebe es in Gewässernähe "markante Anstiege". Dieser Trend könnte sich im Oktober fortsetzen, hieß es.
Grundwasserstand weiterhin oft niedriger als 2024
Trotz der jüngsten Entspannung waren die Grundwasserverhältnisse zuletzt laut LUBW an fast allen Messstellen im Land signifikant niedriger als im September 2024. Für die Bewertung berücksichtigt die Karlsruher Behörde die aktuelle Situation, setzt sie in Bezug zur bisherigen Entwicklung und erstellt Prognosen. Dabei werden unter anderem Faktoren wie Bodenfeuchte, aber auch Daten zu Temperatur und Niederschlägen herangezogen.
Trockenes Frühjahr sorgte für angespannte Lage
Drei von vier Messstellen lagen zuletzt im Normalbereich, wie die LUBW erklärte. Der Neubildungsprozess habe im August eingesetzt und sei seither ununterbrochen weitergegangen. "Die Erhöhung der Bodenfeuchte im September dürfte diesen Prozessablauf festigen", hieß es. Aktuell bestehen laut der Behörde "gute Voraussetzungen für eine ergiebige Neubildung im weiteren Jahresverlauf." Nach dem trockenen Frühjahr war die Lage demnach noch zur Jahresmitte angespannter als in den beiden historischen Grundwassertrockenjahren 2003 und 2018.
LUBW erwartet keine Engpässe in der Wasserversorgung
Großräumige Engpässe in der Wasserversorgung seien aufgrund der momentanen Beobachtungen nicht zu erwarten, heißt es in dem Bericht weiter. 70 bis 75 Prozent des öffentlichen Trinkwassers in Baden-Württemberg stammen laut früheren LUBW-Angaben aus Grund- und Quellwasser.