"Unser Portfolio ist zu komplex geworden - auch wenn man es mit unseren Wettbewerbern vergleicht", sagte Leiters bei der Hauptversammlung. Deswegen werde die Zahl der verschiedenen Varianten reduziert. "Wenn weniger Modelle miteinander konkurrieren, dürfte das signifikante Auswirkungen auf unsere Kapitaleffizienz haben", erklärte der neue Porsche-Chef. Konkrete Zahlen, wo die Rendite langfristig sein soll und wie viele Stellen wegfallen sollen, nannte er nicht.
Zugleich erwäge das Unternehmen, sein Angebot an margenträchtigen Modellen auszubauen, sowohl bei den klassischen Sportwagen als auch bei großen SUV-Fahrzeugen. Auch bei den Kosten solle angesetzt werden, so Leiters. So überdenke das Unternehmen derzeit die Entwicklung grundsätzlich, sagte Leiters. Auch sollten Synergien zwischen den Modellen sowie Plattformen der Muttergesellschaft Volkswagen verstärkt genutzt werden.
Die Gewinne des Sportwagenbauers sind zuletzt um mehr als 90 Prozent eingebrochen, der Absatz im wichtigen Markt China schwächelt und die Kosten für den Umbau zur E-Mobilität sind hoch. Das Unternehmen stellt sich derzeit neu auf - inklusive Stellenabbau und weiterer Sparmaßnahmen.
Kritik an hohen Dividenden für die Aktionäre
Trotz des Gewinneinbruchs will der Konzern an seine Aktionäre eine hohe Dividende ausschütten. Kritik für diesen Schritt kommt etwa vom Wertpapier-Manager der deutschen Sparkassen, Deka Investment: Die Ausschüttungshöhe sei "sehr sportlich", heißt es, "weniger wäre mehr gewesen".
Ingo Speich von der Fondsgesellschaft Deka sagte auf der Hauptversammlung: "Wir Aktionäre blicken heute auf Porsche und sehen einen Scherbenhaufen". Für Hendrik Schmidt vom Vermögensverwalter DWS hat die Porsche-Kapitalmarktstory mit einem starken Überholmanöver begonnen. Zwischenzeitlich sei die Aktie aber auf dem Standstreifen liegengeblieben.
Strategische Fehler bei Porsche Mitursache für die Krise?
Die derzeitige Krise des Porsche-Konzerns hat mehrere Ursachen: Zum einen ist das China-Geschäft massiv eingebrochen - China war lange Zeit der größte Absatzmarkt für Porsche. Belastend waren außerdem die Zusatz-Zölle für Exporte in die USA. Und auch bei der Elektro-Strategie von Porsche wurden strategische Fehler gemacht.
Porsche unter der neuen Leitung von Michael Leiters verhandelt derzeit über ein zweites Sparpaket, setzt auf Stellenabbau, weniger Bürokratie, auf Luxus-Autos - und fürs Erste wieder verstärkt auf Verbrenner-Motoren.