Am Landgericht Mannheim hat am Montag ein Prozess wegen mutmaßlicher Vergewaltigung in 17 Fällen begonnen. Der 26-jährige Angeklagte soll im Jahr 2023 als Insasse der Justizvollzugsanstalt (JVA) Mannheim eine heimliche Liebesbeziehung zu einer Mitarbeiterin des Gefängnisses gepflegt haben. Laut Anklage hatte er beim Sex mit ihr Videoaufnahmen gemacht und sie nach der Trennung damit erpresst.
JVA-Mitarbeiterin hatte Angst um ihren Job
Laut Staatsanwaltschaft habe er ihr damit gedroht, die Aufnahmen zu veröffentlichen, sollte sie nicht weiterhin mit ihm schlafen. Weil sie Angst um ihren Job hatte, gab die Frau nach und ging auf die Forderungen ein. Zwischen März und Juni 2025 soll es laut Anklage zu 17 sexuellen Kontakten gekommen sein. Die Staatsanwaltschaft spricht von Vergewaltigung, weil sie davon ausgeht, dass die Frau keinen Sex mehr mit dem Mann haben wollte.
Weite Teile des Prozesses unter Ausschluss der Öffentlichkeit
Ursprünglich sollte der Fall am Mannheimer Landgericht öffentlich verhandelt werden, doch direkt zu Beginn des Prozesses beantragte die Verteidigung, die Öffentlichkeit auszuschließen. Dem gab das Gericht teilweise statt. Ob die Urteilsverkündung öffentlich stattfinden wird, ist zurzeit noch unklar.
Ermittlungen gegen Gefängnismitarbeiterin
Auch die JVA-Mitarbeiterin muss mit Konsequenzen rechnen. Laut Staatsanwaltschaft wird gegen sie wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Gefangenen ermittelt. Bei einer Verurteilung würde der Frau eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren drohen.