Die Bergung nach einem Zugunglück in einem schwer zugänglichen Gebiet fordert von allen beteiligten Einsatzkräften Präzisionsarbeit. Wie so etwas abläuft, haben am Samstag über 200 Menschen im Neckar-Odenwald-Kreis geübt.
Der Katastrophenfall wurde auf den Bahngleisen westlich der Haltestelle Zimmern im Tunnelbereich inszeniert. Das Szenario sah vor, dass ein Zug mehrere Bäume, die auf den Gleisen lagen, mit in einen Tunnel geschoben hat. Zusätzliche Schwierigkeit: Zum Zeitpunkt des fiktiven Unglücks befand sich ein Arbeiter auf dem Gleis, der ebenfalls mit in den Tunnel geschleift wurde.
Feuerwehrübung im Neckar-Odenwald-Kreis: Statisten bei Tunnelunglück im Einsatz
Rund 200 Einsatzkräfte beteiligten sich an der Übung, die wenige Kilometer westlich von Osterburken stattfand. Darunter Feuerwehrleute, die Polizei, das Deutsche Rote Kreuz und der Rettungsdienst. Mitgewirkt haben außerdem über 30 Statisten, die mit Hilferufen und geschminkten Verletzungen eine möglichst reale Stresssituation schaffen sollten.
Positives Fazit nach Großübung
Die Übung geplant und umgesetzt hat unter anderem Jörg Kirschenlohr, Kreisbrandmeister im Neckar-Odenwald-Kreis. Er zeigte sich sehr zufrieden nach der Übung. Besonders freue er sich über die rege Teilnahme trotz Ferienzeit: "Ich bin mir sicher, dass bei einem Ereignis dieser Art im Neckar-Odenwald-Kreis genügend Einsatzkräfte - wie heute - zur Verfügung stehen würden."
Alle 'Verletzten' konnten gerettet und versorgt werden - sogar schneller als gedacht.
Zugunglück im Kreis Biberach zeigt Relevanz der Übung
Als am 27. Juli ein Regionalexpress bei Riedlingen (Kreis Biberach) entgleiste, sei die Übung im Neckar-Odenwald-Kreis schon in Planung gewesen, so die Beteiligten. Dennoch zeigten Ereignisse wie das in Oberschwaben, wie wichtig das Proben des Ernstfalls ist, erklärte Harald Genzwürker, Leitender Notarzt im Neckar-Odenwald-Kreis, nach der Übung am Samstag.
Wir müssen uns auf alle möglichen Szenarien zu jeder Tages- und Nachtzeit einstellen.
Wegen Bauarbeiten auf der Strecke zwischen Seckach in Richtung Osterburken verkehren hier zurzeit keine Züge.