Die Zahl der Plätze war begrenzt, und der Andrang riesengroß: Am Mittwoch durften 80 Personen einen Rundgang durch die Carl-Schurz-Kaserne in Hardheim (Neckar-Odenwald-Kreis) machen. Soldaten des Panzerbataillons 363 präsentierten und erklärten Kampfpanzer, Versorgungsfahrzeuge und Simulatoren für die Ausbildung und standen für Gespräche zur Verfügung. Einzige Bedingung für den selten möglichen Besuch in der Kaserne: Die Handys bleiben in der Tasche. Filmen und fotografieren streng verboten!
"Sonst sieht man das ja immer nur von außen", sagt Stefan Heinrich. Er wohnt in Hardheim und kennt die Kaserne schon seit Jahrzehnten. "Aber eben nicht von innen", sagt er. Jetzt darf er nicht nur das Kasernengelände, sondern auch gleich noch einen Leopard-Kampfpanzer von innen besichtigen. "Ganz schön eng hier!", sagt Heinrich und lacht. Vor den Soldaten habe er einen Riesen-Respekt. "Ich bin froh, dass wir die haben!"
Viele Veteranen waren zu Besuch in der Kaserne
Heinrich ist an diesem Mittwoch mit Frau und Tochter in die Kaserne gekommen - ein Sommerferien-Ausflug der etwas anderen Art. Der kleinen Tochter ist der riesige Kampfpanzer auf dem Gelände nicht ganz geheuer, aber Vater Stefan klettert nach oben und steigt durch die Luke in den Panzer hinein. "Was verbraucht denn so ein Panzer?", will Heidi Heinrich wissen. "Zwölf Liter, pro Kilometer", erklärt ein junger Bundeswehrsoldat, ein Raunen geht durch die Menge. Die Mehrzahl der Besucher ist deutlich älter als die Heinrichs, viele ehemalige Soldaten sind dabei, die in Hardheim stationiert waren und sehen wollen, wie sich die Kaserne verändert oder wie sich die Technik weiterentwickelt hat.
Der Neckar-Odenwald ist stolzer Garnisons-Landkreis.
Seit den Sechziger Jahren gibt es die Bundeswehr in Hardheim, seitdem ist der Neckar-Odenwald-Kreis "stolzer Garnisons-Landkreis", wie der Neckar-Odenwälder Landrat Achim Brötel (CDU) betont. Der Kreis hat 2019 eine Patenschaft für das Hardheimer Panzerbataillon 363 übernommen. Mit Tagen der offenen Tür oder gemeinsamen Festen in Hardheim: So feierten im Juli 2026 Bürger und fast 200 Soldaten einen gemeinsamen „Brückenschoppen“ auf dem Schlossplatz in Hardheim. Anlass war die Rückkehr der Soldaten von einer Ausbildungsmission gemeinsam mit den ukrainischen Streitkräften im brandenburgischen Lehnin. Die Beziehungen zwischen Bundeswehr und Bevölkerung seien gut und eng, "wie in so vielen ländlichen Regionen", sagt ein Soldat.
Klettern auf dem Kampfpanzer
Der Kampfpanzer ist der Besuchermagnet an diesem Nachmittag, in Trauben stehen die Männer und Frauen vor ihm, neben ihm, auf ihm. Es wird gefachsimpelt, geplaudert, gelacht. Direkt neben dem Panzer, in einer Art Container, ist der Gefechtssimulator eingerichtet, in dem sich jeder mal als Panzerfahrer im virtuellen Gelände probieren kann.
"Man bekommt ja nie wirklich mit, was die hier in der Kaserne machen", sagt Heidi Heinrich, sie interessiere das sehr. Gerade mit Blick auf die Zukunft sei die Bundeswehr ihr wichtig: "Und dass auch hier in der Kaserne jeder weiß, was im Ernstfall zu tun ist."