Die Aktion der Gruppierung "End Cement" hatte am Montag in der Region für viel Aufsehen gesorgt. Aus Protest gegen die hohen CO2-Emissionen des Baustoffherstellers Heidelberg Materials blockierten zehn Aktivisten stundenlang die Zufahrt zu einem Werksgelände in Leimen. Sieben von ihnen klebten sich auf der Straße fest. Das Unternehmen richtete sich nun in einem Offenen Brief an die Klimaschützer. Außerdem teilte eine Sprecherin von Heidelberg Materials mit, man werde Anzeige gegen die Gruppierung erstatten, unter anderem wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung.
Aktivisten benutzten "betonartigen Kleber"
Die Polizei hatte am Montag große Mühe gehabt, die Protestierenden von der Fahrbahndecke zu lösen. Dazu rückte eigens eine technische Spezialeinheit aus Bruchsal (Kreis Karlsruhe) mit schwerem Gerät an. Es wurde gehebelt und gefräst. Erst um 16 Uhr am Nachmittag war die Aktion nach etwa acht Stunden beendet.
Wie ein Sprecher der Protest-Organisation mitteilte, benutzten drei der Aktivisten einen "normalen", vier weitere einen "betonartigen Kleber", der aus Sekundenkleber und Sand bestand. Bei einem Aktivisten brauchte die Polizei ganze sieben Stunden, um seine Hände von der Straße zu befreien. Weil er sich bei der Aktion Brandverletzungen zuzog, musste er ins Krankenhaus. Inzwischen konnte der Aktivist die Klinik wieder verlassen. Er war laut ermittelnder Staatsanwaltschaft Heidelberg auch für die Farbattacke auf das Unternehmen am Samstag verantwortlich.
Heidelberg Materials reagiert mit offenem Brief
In einem offenen Brief, der dem SWR vorliegt, appelliert der Baustoff-Hersteller an die Gruppierung, das Klassik-Festival "Heidelberger Frühling" nicht zu stören. Zwei Konzerte finden diese Woche in der Konzern-Zentrale von Heidelberg Materials statt. Solche Protestaktionen seien sowohl dem Publikum, als auch den Künstlerinnen und Künstlern gegenüber "völlig unangemessen". Das Festival hat am 22. März begonnen und endet am Sonntag.
Die Klima-Aktivisten protestieren gegen den hohen Treibhausgas-Ausstoß bei der Zementproduktion von Heidelberg Materials.