Die Stadt Karlsruhe ist mit den World Games 2029 im aktuellen Schwarzbuch der Steuerzahler gelandet. Im Schwarzbuch veröffentlicht der Bund der Steuerzahler jedes Jahr Fälle öffentlicher Verschwendung.
Millionenkosten: World Games 2029 in Karlsruhe sorgen für Kritik
So habe Karlsruhe eigentlich gar nicht das Geld, sich ein internationales Sportgroßevent leisten zu können. Karlsruhe steckt in einer schweren Finanzkrise. Seit Jahren muss die Stadt Karlsruhe Millionensummen einsparen. Trotzdem hat sich die Stadt mit den World Games ein großes Sportereignis gesichert, das viele Millionen Euro kostet.
Mehr als 4.000 Sportlerinnen und Sportler aus aller Welt sollen in rund 30 nicht-olympischen Sportarten antreten: zum Beispiel im Tauziehen, Billard oder Wasserski. Nach Angaben des Bundes der Steuerzahler werden insgesamt knapp 111 Millionen Euro Steuergeld für die World Games bereitgestellt. Die Gesamtkosten des Events beziffert der Verband auf rund 120 Millionen Euro.
Die Stadt Karlsruhe läuft Gefahr, durch das Event ihr Defizit kräftig zu erhöhen.
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Stadt Karlsruhe äußert sich zur Kritik
Die Stadt Karlsruhe hat auf SWR-Anfrage die Kritik zurückgewiesen. Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) betont, dass sich der Gemeinderat nach intensiver Befassung und Debatte zweimal positiv für die World Games entschieden habe. Man habe sich intensiv mit den Aspekten auseinandergesetzt. Der Vorwurf der "Steuerverschwendung" verkenne die ernsthafte Abwägung zwischen den verschiedenen Vorteilen beim Einsatz des städtischen Anteils.
Die abfällige Kommentierung der positiven Stellungnahmen von Bund und Stadt durch das Schwarzbuch ist unsachlich und unfair.
So viel kostet das Sportevent die Stadt Karlsruhe
Für die Finanzierung der World Games hat sich die Stadt Karlsruhe Unterstützung von Land und Bund gesichert. Aus dem Sportetat des Bundeskanzleramts sollen bis 2030 rund 55 Millionen Euro "für Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung" nach Karlsruhe fließen, weitere 33 Millionen Euro kommen nach Angaben des Bundes der Steuerzahler aus dem Landeshaushalt Baden-Württemberg. Karlsruhe selbst muss rund 22,6 Millionen Euro aufbringen.
Nach Berechnungen des Bundes der Steuerzahler werden die World Games damit zu rund 92 Prozent aus öffentlichen Mitteln finanziert. Angesichts leerer Kassen bei Bund, Land und Kommune sei das aus Sicht des Verbands nicht angemessen – eigentlich wären harte Sparmaßnahmen nötig.
World Games 2029: Gemeinderat sieht Chance auf identitätsstiftende Wirkung
Das Sportevent habe internationale Strahlkraft für Karlsruhe, Baden-Württemberg und Deutschland, so der Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup in seinem Statement. In der Entscheidung des Gemeinderats für die World Games 2029 in Karlsruhe habe man die Chance auf eine hohe identitätsstiftende Wirkung des Events auf die Gesellschaft in Stadt und Region gesehen.
Es gebe bereits jetzt Anfragen an die Stadt, andere Sportwettkämpfe, Konferenzen und Investitionen in Sportanlagen durchzuführen. Das würde zeigen, dass bereits die Bereitschaft, Gastgeber zu sein, für die Stadt über das Image hinaus auch Wertschöpfung in Gastronomie, Hotellerie und Infrastruktur auslösen könne.
Schwarzbuch der Steuerzahler veröffentlicht Fälle öffentlicher Verschwendung
Das Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler erscheint jedes Jahr und listet nach Angaben des Verbands Fälle öffentlicher Verschwendung auf. Mit den World Games 2029 in Karlsruhe sieht der Bund der Steuerzahler ein weiteres Beispiel für aus seiner Sicht fragwürdigen Einsatz von Steuergeld.
Der Bund der Steuerzahler hat in der diesjährigen Ausgabe neun Projekte in Baden-Württemberg aufgelistet, bei denen aus seiner Sicht zu viel Steuergelder eingesetzt wurden.
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