Neben der Sportschule im Baden-Badener Ortsteil Steinbach verläuft eine Straße. Direkt daneben schlängelt sich der gleichnamige Bach, eingerahmt von schmalen Betonwänden. Nach zwanzig Jahren Planung wurden hier verschiedene Hochwasserschutzmaßnahmen umgesetzt.
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Weinberge bei Steinbach sind wie Trichter
Die Steinbach ist nur scheinbar ein kleines und friedliches Bächlein. Bei Starkregen hätten sich hier laut Viviane Walzok vom Zweckverband Hochwasserschutz Baden-Baden/Bühl von allen Seiten kommend riesige Wassermengen sammeln können. Begünstigt werde das von den Weinbergen, die wie eine Art Trichter das Wasser bergab führen. Dabei entstehe ein hoher Druck.
Welche Folgen das haben kann, zeigte sich vor fünf Jahren beim verheerenden Hochwasser im Ahrtal. Steine, Geröll, Heizöltanks - auch die durch die Flut mitgerissenen Gegenstände könnten einen großen Schaden anrichten. In Steinbach hatte es zuletzt 1998 ein größeres Hochwasserereignis gegeben. Im Ortsteil gab es damals keine größeren Schäden. Anders war das in den Stadtteilen, die an der Oos liegen.
Hochwasserschutz: Engstellen bei Sportschule beseitigt
An fünf Engstellen hätte der Bach bei einem zehnjährlichen Hochwasser übertreten können. Das endgültige Ziel der Maßnahmen sei es, an der Steinbach einen durchgängigen Hochwasserschutzgrad von 20 Jahren zu erreichen, so Viviane Walzok. Zwei der Engstellen seien mit den Umbauten beseitigt worden. Im Abschnitt bei der Sportschule gebe es jetzt einen Hochwasserschutzgrad von 100 Jahre.
Der Bach wurde um mehr als das Doppelte verbreitert. Große Steine und im Boden eingelassene Betonstreifen geben ihm den Verlauf vor. "Die Materialien, die man hier im Bach sieht, haben wir alle vor Ort gewonnen und wieder eingebaut", erzählt Maren Scheurer. Die Betonwände stabilisieren das Gelände rund um den Bach. Sie sollen vermeiden, dass der angrenzende Hang oder die Straße unterspült werden können.
"Es war ein wunderschönes Stück Natur", sagt die Bauleiterin. Man habe versucht, es so schön wie möglich wieder herzurichten. Denn vor Ort gab es Widerstand. Die Bürgerinnen und Bürger wünschten natürlicher aussehende Materialien wie zum Beispiel Naturstein. Das sei aber schwieriger umzusetzen gewesen. Man habe die schlanksten Wände verwendet, die möglich waren. "Alles andere in Naturstein wäre viel breiter gewesen und hätte viel mehr kaputt gemacht", meint sie.
Wegen Klimawandel: Starkregen regnet an einer Stelle ab
Stück für Stück sollen laut Maren Scheurer darüber hinaus alle Hochwasser-Rückhaltebecken umgebaut werden, damit sie mehr Wasser aufnehmen können. Zwei von ihnen wurden bereits saniert und modernisiert. Durch den Klimawandel komme das Regenwasser plötzlicher und in großen Massen, sagt die Maren Scheurer. "Das muss natürlich das ganze System schlucken können."
Ein Beispiel sei auch der Starkregen vor zwei Jahren in Bruchsal (Landkreis Karlsruhe). "Ich habe aufs Regenradar geschaut und gesehen: diese Wolke hat sich nicht bewegt", sagt Maren Scheurer. Durch den Wind verteile sich normalerweise der Starkregen über das Gelände. In Bruchsal und im Ahrtal habe es hingegen nur an einer Stelle abgeregnet.
Wird genug gegen Hochwasser getan?
Vor fünf Jahren hat das Hochwasser im Ahrtal den öffentlichen Diskurs über Schutzmaßnahmen angefacht. "Ich wünschte mir, es hätte mehr angestoßen", sagt Viviane Walzok. Das aktuelle Wetter passe auch nicht zur Thematik. Denn jetzt bräuchte man dringend den Regen. "Wir vom Hochwasserschutz mögen es auch nicht."
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Wenn Flüsse und Bäche durch die Hitze austrocknen, werde es auch für die Fische und andere Organismen eng. Deswegen seien jetzt auch Fischunterstände gebaut worden, in denen das Wasser möglichst lange gehalten werden könne. Der Hochwasserschutz sollte trotz Hitze nicht aus den Augen verloren werden. "Wir alle wissen nicht, wann das nächste Ereignis kommt", sagt Viviane Walzok. "Aber dass eins kommt, da können wir uns sicher sein."
Mit dem Hochwasserschutz ist man nie fertig. Man kann ihn immer verbessern.