Geht es nach dem Willen der Gewerkschaft ver.di, dann soll es von Samstag, 16 Uhr, bis zum Ende des Spielbetriebs in der Nacht zum Sonntag heißen: "Nichts geht mehr". Und zwar in den Casinos in Baden-Baden, Stuttgart und Konstanz.
500 Beschäftigte zum Streik aufgerufen
Vor den Häusern sind kleinere Streikversammlungen geplant. Laut der ver.di hatten die Spielbanken gestern nach Bekanntwerden der Streikpläne ein Angebot mit einer monatlichen Einmalzahlung vorgelegt. Dies sei von der Tarifkommission aber verworfen worden.
Arbeitgeber ist die Baden-Württembergische Spielbanken GmbH. Deren Geschäftsführer Tobias Wald teilte in einer Stellungnahme sein Bedauern über die angekündigten Warnstreiks mit. Die Baden-Württembergischen Spielbanken seien im Gespräch mit Verdi über einen einheitlichen Tarifvertrag, der Ungleichheiten zwischen den einzelnen Standorten beseitigen und eine langfristige Zukunft des Unternehmens sichern solle. Man setze auf eine zeitnahe, faire und zukunftsorientierte Lösung.
Auswirkungen des Warnstreiks unklar
Die Gewerkschaft rechnet mit erheblichen Auswirkungen auf den Spielbetrieb. Die Baden-Württembergischen Spielbanken GmbH geht davon aus, dass der Spielbetrieb trotz des angekündigten Streiks in allen drei Häusern gemäß Glücksspielstaatsvertrag voraussichtlich gewährleistet sein wird.
Frank Hawel, der Verhandlungsführer von ver.di, sagte, die Kolleginnen und Kollegen arbeiteten jede Nacht an Orten, in denen Geld scheinbar keine Rolle spiele - außer es gehe um ihre Arbeitsbedingungen. Der Streikaufruf sei bewusst an einem Samstag, dem Haupteinnahmetag. Zwölf Prozent Gewinn im vergangenen Jahr müssten sich in einem Tarifergebnis widerspiegeln.
Streit um Geld, Altersvorsorge und Gesundheitsförderung
Die Gehaltstarifverhandlungen für die rund 500 Beschäftigten stecken nach Angaben der Gewerkschaft in einer Sackgasse. Zwei Gesprächsrunden sind bislang ohne konkretes Ergebnis zu Ende gegangen. Einen neuen Verhandlungstermin gibt es laut ver.di nicht.
Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten einen Sockelbetrag von 350 Euro mehr und zusätzlich eine Lohnsteigerung von drei Prozent - rückwirkend zum 1. Januar. Zusätzliche Brisanz erhält der Arbeitskampf durch die Tatsache, dass die Spielbanken im Herbst die Tarifverträge für die betriebliche Gesundheitsförderung und Altersversorgung aufgekündigt haben.