Seit Monaten ist in Bühlertann (Kreis Schwäbisch Hall) ein Wasserrohr undicht. Mehrere Kubikmeter an Trinkwasser versickern laut der Gemeinde Tag für Tag im Erdreich. Doch der Eigentümer des Grundstücks, unter dem das Rohr verläuft, sperrt sich gegen eine Reparatur. Und auch der Nachbar, der durch das Rohr mit Wasser versorgt wird, spielt nicht mit. Jetzt ist der Wasserrohrbruch ein Fall für Anwälte, den Gemeinderat und das Landratsamt.
Bühlertann: Grundstückseigentümer will keine Reparatur des defekten Rohrs
Den Grundstückseigentümer selbst betrifft die defekte Wasserleitung nicht mehr. Vor Jahrzehnten wurde zwar auch er über den Anschluss versorgt, bei Umbauarbeiten wurde das aber hinfällig. Eine Reparatur lehnt er ab - auch wenn ja nach den Bauarbeiten alles wieder hergerichtet würde auf dem Grundstück, so Bühlertanns Bürgermeister Florian Fallenbüchel (parteilos).
Der Stadt blieb nichts anderes übrig, als eine Duldung zu erwirken, um eben doch auf das Grundstück zu können. Doch der Eigentümer legte Widerspruch ein. Über den muss jetzt das Landratsamt Schwäbisch Hall entscheiden.
Nachbar stellt sich bei Notwasserversorgung quer
Die Leitung einfach abdrehen geht auch nicht. Denn ein Nachbar wird noch auf dem Weg mit Wasser versorgt. Die Gemeinde hat zwar angeboten, eine überirdische Notwasserversorgung zur Verfügung zu stellen. Aber das will der Mann nicht. Die Befürchtung sei wohl, im Sommer könnte das Wasser zu warm werden. Das sei zwar auch möglich, gibt Fallenbüchel zu. Ließe sich aber problemlos vermeiden, würde man einfach anfangs kurz das Wasser laufen lassen.
Stattdessen läuft das Wasser also weiter ins Erdreich. Für die Kosten muss momentan die Gemeinde selbst aufkommen. Sollte sich die Lage nicht ändern, könnte sich das aber auch irgendwann im Wasserpreis für die Einwohnerinnen und Einwohner Bühlertanns widerspiegeln, erklärt Fallenbüchel. Wenn der Fall aber irgendwann mal erledigt ist, werde sicherlich geprüft, ob die Kosten einem Verursacher zugeordnet werden können.
Zu hohe Hecken, Lärm und unzulässige Videoüberwachung Wenn der Nachbar nervt und der Streit vor Gericht landet
Nachbarschaftsstreit gibt es immer wieder. Auch in Heilbronn und Ellwangen landen solche Fälle vor Gericht, mit teilweise überraschenden Ausgängen.
Gemeinderat, Anwälte, Landratsamt: Die Entscheidung wird noch dauern
Wie geht es also weiter? Der Gemeinderat hat Ende April eine Duldungsverpflichtung beschlossen. Mit der soll der Nachbar eine Notwasserversorgung auch gegen seinen Willen erhalten. Dann könnte die defekte Wasserleitung zumindest mal abgedreht werden. Die Duldungsverpflichtung befindet sich laut Fallenbüchel gerade in der Bearbeitung und wird in den nächsten Tagen zugestellt.
Allerdings: Der Nachbar hat bereits angekündigt, Widerspruch einzulegen. Dann landet der Fall erneut beim Landratsamt.