Ein Taxifahrer ist nach dem Unfalltod eines zehnjährigen Jungen in Schöntal (Hohenlohekreis) wegen fahrlässiger Tötung verurteilt worden. Das Amtsgericht Künzelsau (Hohenlohekreis) verhängte am Donnerstag eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung.
Außerdem wurde dem Mann die Fahrerlaubnis entzogen. Für vier Monate gilt eine Sperre, erst danach kann er eine neue Fahrerlaubnis beantragen. Zudem muss der Verurteilte 6.000 Euro an die Eltern des getöteten Jungen zahlen.
Gericht: Fahrer hätte langsamer fahren müssen
Der tödliche Unfall ereignete sich am 26. Mai 2025 auf der Kreisstraße zwischen Schöntal-Marlach und Ravenstein-Erlenbach (Neckar-Odenwald-Kreis). Der zehnjährige Junge saß im Rollstuhl und sollte mit einer Taxi-Krankenfahrt zur Schule gebracht werden.
Nach Überzeugung des Gerichts hatte der Fahrer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht gelassen. Er habe die Straßenführung nicht ausreichend beachtet und seine Geschwindigkeit nicht an die Verhältnisse angepasst.
Große Anteilnahme nach Unfall in Schöntal Kind stirbt bei Krankentransport: Gemeinde trauert um Zehnjährigen
In Schöntal sind am Montagmorgen ein Taxi-Krankentransport und ein Linienbus zusammengestoßen. Dabei starb ein Zehnjähriger. Vor Ort ist die Anteilnahme groß.
Die Straße ist an der Unfallstelle lediglich 4,70 Meter breit. Nach Einschätzung des Gerichts hätte der Fahrer deshalb langsamer fahren müssen, um auf entgegenkommende Busse oder Lastwagen reagieren zu können. Das Taxi geriet in den Gegenverkehr und stieß frontal mit einem Linienbus zusammen. Der Zehnjährige wurde dabei so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle starb.
Nach Angaben der Polizei war der Rollstuhl vorschriftsgemäß gesichert. Nach dem Unfall waren Trauer und Mitgefühl in der über 5.000 Einwohner zählenden Gemeinde Schöntal groß.
Handy war nicht Ursache für den Unfall
Im Zusammenhang mit dem Unfall war auch geprüft worden, ob der Fahrer möglicherweise durch sein Handy abgelenkt gewesen sein könnte. Nach den Erkenntnissen im Verfahren war das nicht der Fall: Es konnte festgestellt werden, dass der Mann während der Fahrt kein Handy benutzt hatte. Der Fahrer selbst wurde bei dem Zusammenstoß schwer verletzt. Der damals 60 Jahre alte Fahrer des Linienbusses erlitt leichte Verletzungen. Fahrgäste befanden sich nicht im Bus.
Diskussion über Zustand der Kreisstraße
Nach dem Unfall war in Schöntal auch über den Zustand der Kreisstraße diskutiert worden. Anwohner kritisierten die schmale und sanierungsbedürftige Strecke, deren Ausbau bereits seit Jahren geplant ist. Für die Schuldfrage im Strafverfahren spielte der Straßenzustand jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Entscheidend war nach Angaben des Gerichts, dass der Fahrer seine Fahrweise den Straßenverhältnissen hätte anpassen müssen.