Der britische Konsumgüterkonzern Unilever, zu dem auch Knorr in Heilbronn gehört, will sich Medienberichten zufolge von seinen Lebensmittelmarken trennen. Der Fokus soll künftig auf Hygiene- und Kosmetikprodukten liegen. Ein Gewürzhersteller aus den USA möchte jetzt wohl all diese Lebensmittelmarken kaufen. Neben Mondamin oder Pfanni wäre auch Knorr betroffen.
Frank Meckes, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in Heilbronn, sagte auf SWR-Nachfrage, dass es schon lange entsprechende Überlegungen bei Unilever gegeben habe. Lebensmittelproduktion sei aufwendiger und risikoreicher als die Herstellung von Produkten aus den Bereichen Körperpflege oder Haushalt.
Gewerkschaft sieht Chance und Risiko für Heilbronn
Der US-amerikanische Konzern "McCormick & Company" soll nun Interesse an der Sparte haben. Entsprechende Gespräche bestätigte Unilever am Freitag. In einem möglichen Verkauf sieht Meckes sowohl Chancen als auch Risiken. Entscheidend sei, ob ein Käufer langfristig und zukunftsorientiert in die Standorte investiere oder auf kurzfristige Gewinne setze.
Zur Veranschaulichung vergleicht er die Situation mit dem Kauf eines Hauses: Wer ein Gebäude erwerbe, Menschen einziehen lasse und nur Miete kassiere, ohne in den Erhalt zu investieren, riskiere langfristig Schäden. Ähnlich könne es auch bei einem Traditionsunternehmen wie Knorr sein.
Gleichzeitig sieht Meckes Chancen für die Region. Sollte ein internationaler Konzern den Standort Heilbronn weiterentwickeln oder neue Produktionslinien aufbauen, könnte das zusätzliche Impulse bringen. Sicher ist für ihn aber auch: Bei einem möglichen Verkauf dürfte es nicht bei einem einzigen Interessenten bleiben.