Der Gemeinderat in Weinsberg (Kreis Heilbronn) hat am Dienstagabend einstimmig für eine Änderung bei der Hundesteuer für Kampfhunde gestimmt. Ab sofort können Halterinnen und Halter von Kampfhunden, auch Listenhunde genannt, einen bestandenen Wesenstest für ihr Tier vorlegen - und so einem erhöhten Steuersatz entgehen. Statt 1.080 Euro jährlich müssen Hundehalter dann nur noch rund 100 Euro zahlen.
Erhöhung der Kampfhundesteuer in Weinsberg um das zehnfache
Erst Anfang des Jahres hatte die Stadt Weinsberg die Steuer für Kampfhunde drastisch erhöht. So sollten die Besitzerinnen und Besitzer dieser Hunde über 1.000 Euro jährlich bezahlen - statt wie bisher rund 100 Euro. Damit ist die Kampfhundesteuer in Weinsberg eine der höchsten in Baden-Württemberg. Das sorgte für Unmut bei den Besitzern der elf Listenhunde in der Stadt.
Sicherheit wichtigster Aspekt der hohen Kampfhundesteuer
Für Bürgermeisterin Birgit Hannemann (CDU) war damals vor allem die Sicherheit ein wichtiger Aspekt - neben den Einnahmen der Steuer. Die erhöhte Steuer soll eine Art Lenkungssteuer sein. "Wir möchten tatsächlich Kampfhunde, Listenhunde, hier in der Stadt Weinsberg möglichst gering halten", so Hannemann im Februar. Hohe Kosten könnten für zukünftige Kampfhundebesitzer ein Entscheidungskriterium sein.
Kampfhunde in Weinsberg: Wesenstest für geringere Steuer
Doch die Besitzer der Kampfhunde in Weinsberg setzten sich dafür ein, dass ein sogenannter Wesenstest für Listenhunde anerkannt wird. Damit müssen Hundehalter in den meisten Kommunen in Baden-Württemberg nur den regulären Steuersatz bezahlen. Nach der Entscheidung des Gemeinderats in Weinsberg gilt diese Erleichterung auch dort.
Einen Wesenstest zu bestehen sei nicht so einfach, erzählt Julian Engelhard, einer der Kampfhundebesitzer aus Weinsberg. Seine Pitbullhündin Lady hat den Wesenstest längst bestanden. Die Bürgermeisterin Birgit Hannemann hält den Test für belastbar. "Die Voraussetzungen sind sehr hoch, deswegen wird das von der Polizeihundestaffel durchgeführt."
Niedrigerer Steuersatz als Belohnung
Trotz der Erleichterung für Kampfhundebesitzer ist die Weinsberger Bürgermeisterin Hannemann überzeugt, dass die Regelung nach wie vor eine Steuerungsfunktion hat. "Derjenige, der weiß, auf was er sich einlässt mit so einem Hund, weiß es ein Stück weit auch, wenn er für einen Wesenstest trainiert." Somit ist die neue Regelung laut Hannemann ein guter Kompromiss.
Der Halter, der verantwortlich mit seinem Hund umgeht, der macht so einen Test. Und das wollen wir ein Stück weit dann eben auch mit dem niedrigeren Steuersatz belohnen.
Hundeführerschein statt Wesenstest für Kampfhunde?
In Weinsberg gab es schon Vorfälle mit Kampfhunden. Doch Hundebesitzer Julian Engelhard sieht das Problem nicht bei den Tieren. "Ich würde es wichtig finden, das andere Ende der Leine zu prüfen, dass man einen Hundeführerschein machen muss", erklärt Engelhard. Denn Kampfhunde seien oft dickköpfig und man brauche viel Geduld und Erfahrung bei der Erziehung. Mit einem Hundeführerschein könne kontrolliert werden, ob die Leute überhaupt geeignet seien, einen Hund zu führen.