Mehrere tausend Menschen bei Protestaktion

Wegen VW-Sparplänen: Proteste bei Audi in Neckarsulm gehen weiter

Sie wollen ein Zeichen für die Zukunft von Audi in Neckarsulm setzen: Gewerkschaft und Betriebsrat haben die Audianer am Mittwoch zu einer Protestaktion vor dem Werk aufgerufen.

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Von Autor/in Peter Wedig

Der Protest bei Audi wegen der möglichen Sparpläne bei VW geht weiter. Zum zweiten Mal haben die Gewerkschaft IG Metall und der Betriebsrat des Neckarsulmer Audi-Werks (Kreis Heilbronn) eine Aktion vor dem Werkstor organisiert. Bei einem ersten Protest Anfang Juli waren noch nur die Vertrauensleute und der Nachwuchs aufgerufen worden, deswegen war der noch deutlich kleiner. Am Mittwoch sind rund 6.000 Menschen vor Ort gewesen.

Als Redner waren unter anderem Barbara Resch von der IG Metall Baden-Württemberg, Neckarsulms Oberbürgermeister Steffen Hertwig (SPD) und Landtagspräsident Thomas Strobl (CDU) mit dabei. Resch kündigte an, den "Kampf aufzunehmen" und schloss weitere Aktionen nicht aus. Sie hofft allerdings auf Verhandlungen mit den Arbeitgebern. Zuletzt gab es laut ihr aber weiterhin wenig Klarheit und Transparenz. Die meisten Informationen würde sie aus den Nachrichten bekommen.

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Bei der Protestaktion am Mittwoch sind nicht nur Mitarbeitende aus Neckarsulm vor Ort gewesen, sondern auch Vertrauensleute von Porsche und Mercedes, die ebenfalls um ihre Jobs bangen. Manche Teilnehmende skandierten: "Ohne Streik wird sich nichts ändern." Dazu gab es auch Banner. Dies ist allerdings ein heikles Thema, denn laut Tarifvertrag gilt eine Friedenspflicht. Auch die Aktion am Mittwochvormittag war eine Protestaktion und kein Warnstreik.

Gegen die Sparpläne hat es am Mittwoch bei Audi in Neckarsulm Proteste gegeben.
Gegen die Sparpläne hat es am Mittwoch bei Audi in Neckarsulm Proteste gegeben. Mehrere tausend Menschen waren vor Ort.

Wie bei der ersten Veranstaltung stand vor allem die Forderung nach einer klaren Perspektive für das Werk im Raum. Hierzu kursieren verschiedene Berichte, was VW plant: Von weniger Kapazität, weniger Modellen oder im Extremfall einer Schließung ist da die Rede. VW-Chef Oliver Blume betonte zwar zuletzt, es gebe "intelligentere Lösungen" als Werksschließungen, ließ aber offen, was er damit meinte.

Hoffnung auf mehr Klarheit für Audi-Beschäftigte in Neckarsulm

Zwar gibt es im Neckarsulmer Werk eine Beschäftigungsgarantie bis 2034. Doch in diesem Zeitraum werden wohl auch die aktuell dort gefertigten Modelle, A5 und A6, auslaufen. Was darauf folgt, ist noch komplett unklar. Selbst für den A8, der noch in diesem Jahr zum letzten Mal vom Band rollen wird, gibt es noch keinen konkret angekündigten Nachfolger.

Kurz vor der Betriebsruhe im August wurde auch bekannt: Ab November gibt es in Neckarsulm keine Nachtschicht mehr. Das soll schon mal Kosten senken, war laut Audi auch schon länger geplant. Die Beschäftigen werden auf andere Schichten verteilt.

Entscheidung über Sparpläne bei VW im September?

Erst Anfang der Woche hatte Audi-Finanzchef Jürgen Rittersberger verkündet, die aktuellen Sparmaßnahmen würden noch nicht ausreichen. Es gelte aber: "Wenn alle mithelfen, können wir eine Zukunft für Neckarsulm organisieren." Wie diese Zukunft aussieht, könnte sich unter Umständen am 4. September entscheiden. Dann steht die nächste Aufsichtsratssitzung bei VW an.

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