Eine kostbare Figurengruppe aus Ton ist jetzt wieder im Stadtmuseum Radolfzell (Kreis Konstanz) ausgestellt, nach sorgfältiger Restaurierung. Die Zizenhausener Terrakottafiguren stammen aus dem 19. Jahrhundert, sind aus gebranntem Ton und bunt bemalt. 13 Figuren umfasst die Gruppe, die als "großes Orchester" bezeichnet wird.
Dazu gehören Musikanten, die Streich- und Blasinstrumente spielen, und ein Dirigent. Im Stadtmuseum Radolfzell zu sehen sind auch vier Terrakotten des sogenannten "kleinen Orchesters", zu dem beispielsweise ein Trommler zählt. Die Figuren entstanden um 1840 im heutigen Stockacher Stadtteil Zizenhausen (Kreis Konstanz). Ihr Schöpfer war Anton Sohn, ursprünglich Kirchenmaler aus dem oberschwäbischen Kümmerazhofen (Kreis Ravensburg).
Historiker rätseln über Vorlage der Terrakottafiguren
Die Vorlagen für die Figuren des "großen Orchesters" lieferten Karikaturen des Schweizer Malers Hieronymus Hess. Laut der Stadt Radolfzell rätseln die Historiker bis heute, ob die Figuren des "großen Orchesters" Personen des öffentlichen Lebens aufs Korn genommen haben oder der Fantasie entsprungen sind.
Die Produktion der Tonfiguren, die bei Sammlern sehr beliebt waren, wurde über mehrere Generationen fortgeführt. Sie endete mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Im Stadtmuseum Stockach befindet sich der Nachlass der Familie.