57 heitere Tage mit wolkenlosem Himmel und ungestörtem Sonnenschein hat es am Bodensee und in Oberschwaben im vergangenen Jahr gegeben. Das sei exorbitant auffällig und mit Abstand ein Rekord. So die Bilanz von Roland Roth, dem Leiter der Wetterwarte Süd in Bad Schussenried (Kreis Biberach) im Gespräch mit dem SWR. Das seien dreimal so viele heitere Tage wie beispielsweise im Jahr zuvor. Grund waren stabile Hochdruckwetterlagen.
Allerdings war die Sonne nicht gleichmäßig verteilt: Am östlichen Bodensee rund um Lindau und Bregenz und in der Sonnenstube Meßstetten (Zollernalbkreis) schien sie deutlich häufiger als am westlichen Bodensee.
Konstanz beispielsweise hatte im Dezember gerade mal zehn Stunden Sonnenschein, knapp darüber vielleicht.
Rekordverdächtig grauer Dezember Wetter am Bodensee: Wenn wenige Meter über Nebel oder Sonne entscheiden
So grau und feucht wie seit fast 60 Jahren nicht ist das Wetter im Dezember gewesen. Diese Bilanz zieht die Wetterwarte Süd in Bad Schussenried. In höheren Lagen sah es jedoch ganz anders aus.
Insgesamt war das Jahr 2025 erheblich zu trocken, eines der trockensten Jahre überhaupt, so Roth. "Im Frühjahr hatten wir zum Teil wochenlang überhaupt keinen Regen oder wenig Regen." Die meisten Landkreise hatten Wasserentnahmeverbote ausgesprochen. Ausgerechnet zum Beginn der Haupturlaubs- und Ferienzeit habe es dann einen dreiwöchigen Durchhänger mit feuchtkühlem Wetter gegeben. Das traf auch die Heimatfeste.
Keine Wetterkatastrophen, aber immer mehr Starkregen durch den Klimawandel
Von großen, flächendeckenden Wetterkatastrophen sei die Region Bodensee-Oberschwaben im vergangenen Jahr verschont geblieben, sagt Roland Roth. Dennoch hätten durch den Klimawandel Starkregenfälle erneut deutlich zugenommen - wie Ende Juli in Riedlingen. Es gebe immer häufiger tropische Regenfälle mit Niederschlagsmengen von an die 100 Liter in wenigen Minuten.
Wir sind klimatologisch gesehen vom gemächlichen VW Käfer der 1960er-Jahre umgestiegen auf den Ferrari und geben Gas. Da passiert halt weitaus mehr. Letztendlich müssen wir uns auf den weiter fortschreitenden Klimawandel einstellen.