Seit dem frühen Sonntagmorgen sind vier Fußballfans aus Amtzell und Waldburg im Kreis Ravensburg auf dem Weg zur Fußball-WM. Ihr erstes Ziel ist Toronto in Kanada, danach wollen sie weiter nach Mexiko fliegen. Das dritte Gastgeberland, die Vereinigten Staaten, steht nicht im Reiseplan.
Von Zürich über Warschau nach Toronto
"Wenn Du zur Fußball-WM nach Kanada gehst, ist die Aufregung natürlich riesengroß", sagte Wilfried Binger kurz vor Reisebeginn. Er und seine drei Kumpels fliegen vom Flughafen Zürich erst mal nach Warschau. Von dort nach Toronto.
Acht Kilogramm Gepäck und einen Rucksack hat jeder mit dabei. Das müsse reichen die kommenden drei Wochen, meint Klaus Ellendt. Denn so lange wollen sie bleiben. Deutschlandtrikots und Käppis haben sie natürlich eingepackt. Völlig ungewiss ist, ob sie ein Fußballspiel live im Stadion miterleben werden. Denn sie haben noch keine Tickets. Wilfried Binger, Klaus Ellendt, Günther Halder und Rudolf Wetzel hatten sich zwar darum beworben, aber keine zugeteilt bekommen.
Tickets um jeden Preis kaufen sie nicht
Jetzt wären Tickets zu haben, erzählt Binger, aber die seien viel zu teuer. Sie hoffen jetzt auf Schnäppchenkäufe kurz vor einem Spiel. "Wir zahlen bis zu 200 Dollar, vielleicht auch bis zu 250. Du musst bedenken, das sind dann auch die schlechtesten Plätze. Wenn wir einen guten Platz kriegen würden, würden wir vielleicht auch 300 bezahlen oder 400. Aber das wäre schon die absolute Obergrenze", so der 61-Jährige.
Feiern in Kanada und Mexiko mit den Fans aus anderen Ländern
Die Vorfreude ist trotzdem riesengroß. Die vier aus dem württembergischen Allgäu haben zusammen schon die WM 2014 in Brasilien erlebt. Und sie hoffen, dass die Stimmung in Kanada und Mexiko ähnlich sein wird. Sie wollen wieder mit den Fans aus anderen Ländern und aus anderen Kulturen feiern. "Das ist so toll, so eine Gemeinschaft. Auf das freut es mich am meisten", meint Wilfried Binger.
Du trinkst mit denen zusammen ein Bier. Du kannst Dich kaum mit den anderen unterhalten, weil die Sprache kannst Du eh nicht. Spielt aber keine Rolle.
Warum die vier Allgäuer nach Kanada und Mexiko, aber nicht in die USA reisen
Sechs Jahre haben sie auf das WM-Abenteuer in Kanada und Mexiko gespart. Auf einen Abstecher in das Gastgeberland USA verzichten die vier bewusst. Das politische Umfeld dort gefällt ihnen nicht. 1994 war das noch anders. Klaus Ellendt war damals bei der ersten WM in den USA. "Das war super cool, super Partys mit den Amis", erinnert er sich. Die Zeiten haben sich geändert.
Der Traum von einem Spiel im Aztekenstadion
Umso mehr fiebert Klaus Ellendt Mexiko entgegen. Der 55-Jährige freut sich darauf, in Mexiko City das legendäre Aztekenstadion zu sehen. Insgeheim hofft er, für das dortige Spiel "Mexiko gegen Tschechien" noch an Karten zu kommen. "Das wäre cool", so der 55-Jährige. Wenn nicht, werden die vier Allgäuer auch so wissen, wo es was zu erleben gibt. Die Stimmung rund um die Stadien, Public Viewings und das Festen mit den Fans anderer Länder versprechen drei erlebnisreiche Wochen. Darin sind sie sich sicher.
Danach aber ist Schluss. Egal ob Deutschland dann noch mit dabei ist. Denn zuhause wartet beim einen oder anderen die Familie. Bei allen vier aber die Arbeit.