Alarm auf dem Bodensee: Rauch auf einer Auto-Fähre hat am Sonntagabend für einen größeren Einsatz von Rettungskräften in Friedrichshafen gesorgt. Auf der Überfahrt vom schweizerischen Romanshorn nach Friedrichshafen war laut Polizei im Maschinenraum die Abdeckung einer Lampe verschmort. Zwei Fähremitarbeiter kamen vorsorglich ins Krankenhaus. Die rund 30 Passagiere an Bord wurden nicht verletzt. Für den Fall eines tatsächlichen Brandes sind die Fähren auf dem Bodensee gut vorbereitet.
Fähremitarbeiter meldet Rauch – Großaufgebot am Hafen
Ein Besatzungsmitglied der Fähre "MF Friedrichshafen" hatte während der Fahrt den Rauch im Maschinenraum bemerkt. Rettungskräfte an Land in Friedrichshafen wurden informiert. Sie erwarteten gemeinsam mit der Wasserschutzpolizei das Schiff bereits bei der Einfahrt in den Hafen, teilte das Polizeipräsidium Einsatz mit. Der Maschinenraum wurde sofort untersucht. Dabei habe man festgestellt: Eine Lampenabdeckung war abgefallen und auf dem heißen Motor verschmort.
Weil zwei Mitarbeiter der Fähre den Qualm im Maschinenraum eingeatmet hatten, kamen sie vorsorglich ins Krankenhaus. Sie wurden aber noch in der Nacht wieder entlassen, so Christopher Pape, Sprecher der Bodensee-Schiffsbetriebe, gegenüber dem SWR. Die BSB betreiben gemeinsam mit der Schweizerischen Bodensee-Schifffahrt die internationale Bodensee-Fähre.
Die "MF Friedrichshafen" bleibt vorerst im Hafen. Sie werde jetzt genau untersucht und man prüfe, ob weitere Schäden am Schiff entstanden seien, so Pape. "Wir bauen den Motor aus und inspizieren ihn." Der Fährverkehr sei deshalb eingeschränkt. Statt stündlich pendelt die Fähre vorübergehend nur alle zwei Stunden zwischen Friedrichshafen und Romanshorn.
Wie die Fähren am Bodensee auf ein Feuer an Bord vorbereitet sind
Der Vorfall am Sonntagabend endete glimpflich. Doch was passiert eigentlich, wenn es auf einer Bodensee-Fähre mal richtig brennt? Laut Christopher Pape von den Bodensee-Schiffsbetrieben werden alle Mitarbeiter an Bord regelmäßig geschult. Sie üben verschiedene Notfallszenarien. Außerdem gibt es an Bord verschiedene Rettungsmittel. So verfügen laut Pape die Fähren zum Beispiel über starke Feuerlöschpumpen, die bei einem Brand an Bord sofort Wasser aus dem See fördern.
Im Falle eines Feuers würde sich die Besatzung aber nicht nur um die Brandbekämpfung kümmern, sondern gleichzeitig die Passagiere aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich in sichere Bereiche des Schiffs bringen. Das Sicherheitskonzept sieht laut Pape vor: Den nächstgelegenen Hafen ansteuern, damit die Passagiere das Schiff schnellstmöglich verlassen können. Andere Schiffe, die sich in erreichbarer Nähe befinden, werden informiert und und kommen zu Hilfe.
Warum eine Evakuierung ins Wasser nur das letzte Mittel ist
Sollte eine Evakuierung des Schiffes auf dem See notwendig werden, gebe es ausreichend Rettungswesten für Erwachsene und Kinder. Allerdings sei eine Evakuierung ins Wasser das allerletzte Mittel, denn die Wassertemperatur sei in der überwiegenden Zeit des Jahres viel zu niedrig. Und es bestände die Gefahr, dass Menschen abgetrieben werden könnten und sich eine Rettung sehr lange hinziehen würde.
Die Bodensee-Schiffsbetriebe sagen deshalb: Der sicherste Platz, bis eine Evakuierung auf ein anderes Schiff oder an Land möglich ist, ist daher an Bord.