Die Standort-Bedingungen für Unternehmen in der Region seien derzeit schwierig, fasst die Industrie- und Handelskammer (IHK) Hochrhein-Bodensee in ihrer aktuellen Konjunktur-Umfrage zusammen. Allerdings gebe es große Unterschiede zwischen den verschiedenen Branchen bei den Geschäftserwartungen.
Mehr als die Hälfte der Industrie-Unternehmen in der Region spricht der IHK zufolge aktuell von einer befriedigenden Geschäftslage, ein Viertel bezeichnet sie als schlecht. Fakt ist: Die Auslastung der Kapazitäten ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Sie liegt bei unter 75 Prozent.
Dienstleister freuen sich über Umsatzplus
Im regionalen Handel berichtet jeder vierte Händler von einer schlechten Lage, von Kauffreudigkeit spreche keiner, heißt es. Keinen Rückgang der Geschäftslage verzeichnet hingegen der Dienstleistungsbereich. Fast 40 Prozent der Dienstleister berichten von einem Umsatzplus. Insgesamt seien die Erwartungen für die kommenden Monate aber eher verhalten, schreibt die IHK Hochrhein-Bodensee. Sorgen machten den Unternehmen unter anderem die weltweiten Konflikte und die Zurückhaltung der Konsumenten.
Südwestmetall: Viele Unternehmen planen Stellenabbau
Auch der Arbeitgeberverband Südwestmetall ist mit der wirtschaftlichen Situation unzufrieden. Mehr als die Hälfte der Betriebe in der Region bewerten ihre wirtschaftliche Situation als schlecht, planen Stellen abzubauen und ihre Investitionen vor Ort zu reduzieren.
Die Bezirksgruppe Ulm von Südwestmetall, die auch die Kreise Biberach und Sigmaringen betreut, spricht von hohem Druck in der Metall- und Elektroindustrie. Die Stimmung sei schlechter als im Bundesschnitt: Fast 60 Prozent der Unternehmen sprechen laut einer Mitteilung von einem Negativtrend.
Bundesregierung soll Wirtschaft zur ersten Priorität machen
Arbeitskosten und Bürokratieaufwand seien zu hoch. Ein Drittel der Unternehmen verlagere Investitionen bereits ins Ausland. Firmen, die einmal abgewandert seien, kämen nicht wieder, sagt der Vorsitzende der Bezirksgruppe, Oliver Wirth. Er fordert, die Unternehmen zu entlasten, um den Abwärtstrend zu stoppen. Die künftige Bundesregierung müsse die Wirtschaft nach der Wahl zur ersten Priorität machen.