Prähistorische Keramikscherben, Grabstätten, Pflastersteine

Archäologische Funde in Singen überraschen die Experten bei der Ausgrabung

In Singen haben Archäologen auf dem Gelände einer künftigen Großbaustelle überraschende Funde gemacht. Ausgegraben wurden zum Beispiel Reste eines keltischen Gehöftes.

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Von Autor/in Marlene Fuchs

In Singen (Kreis Konstanz) haben Archäologen auf dem Gelände einer künftigen Großbaustelle überraschende Funde gemacht. Einige sind knapp 7.000 Jahre alt. Dass so viel gefunden wurde, damit haben die Archäologen rund um Kreisarchäologen Jürgen Hald nicht gerechnet. Etwa 200 Fundstellen haben die Experten freigelegt.

Die ältesten Fundstücke sind reich verzierte Keramikscherben und eine Feuersteinspitze. Sie stammen laut Kreisarchäologe Jürgen Hald aus der Jungsteinzeit. Das heißt, sie wurden von Menschen benutzt, die zwischen 4.900 und 4.500 vor Christus im Hegau gelebt haben.

Es sind archäologische Funde einer Ausgrabungsstätte in Singen am Hohentwiel zu sehen.
In Singen haben Archäologen auf dem Gelände einer künftigen Großbaustelle überraschende Funde gemacht. Ausgegraben haben die Archäologen zum Beispiel eine Feuersteinspitze. Marlene Fuchs

Pflastersteine wie bei den Römern: Das bedeuteten sie für die Kelten

Auch das Skelett einer jungen Frau wurde in einer prähistorischen Grabstätte auf dem Gelände gefunden, weitere Gräber werden derzeit noch untersucht. Sie stammen vermutlich aus der Bronzezeit. Überraschend war für die Archäologen auch der Fund alter Pflastersteine. Sie bilden eine Straßenkreuzung aus der Keltenzeit.

So eine Straße zu erhalten, sei vor mehr als 2.000 Jahren eine große Aufgabe gewesen, so Jürgen Hald. Und eigentlich kenne man das vor allem von den Römern. Darum sei der Fund in Singen schon eine Überraschung gewesen. Man sehe daran, dass der Hegau schon immer gerne besiedelt wurde, so der Konstanzer Kreisarchäologe.

Der Hegau insgesamt war natürlich geeignet - mildes Klima, gute Ackerböden, die Verkehrswege am Bodensee - sodass also hier ideale Bedingungen waren. Deswegen haben wir eine reiche Siedlungsgeschichte. Und Singen liegt hier mittendrin und an günstiger Stelle, sodass wir auch hier besonders viel finden.

Es sind archäologische Funde einer Ausgrabungsstätte in Singen am Hohentwiel zu sehen.
Die Wegkreuzung wurde wie ein Y angelegt. Sie führte vermutlich in eine angrenzende Siedlung. Marlene Fuchs

Im kommenden Jahr beginnen auf dem Gelände in der Singener Nordstadt Bauarbeiten für eine neue Wohnsiedlung.

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