Hitze und Trockenheit wirken sich in diesem Jahr auch auf die Apfelernte am Bodensee aus. Die Obstbauern erwarten zu Beginn der Apfelsaison an diesem Donnerstag weniger Ertrag, jedoch mit guter Qualität.
Nach Schätzungen der Obstregion Bodensee, dem Fachverband der Obstbauern, werden dieses Jahr voraussichtlich gut 220.000 Tonnen Äpfel geerntet. Das seien rund neun Prozent weniger, verglichen mit dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre.
Kleinere Äpfel, aber von guter Qualität
Die geringere Ernte sei vor allem auf die Hitze und Trockenheit im Juli und August zurückzuführen. Gerade anhaltende Phasen ohne Regen würden dazu führen, dass die Äpfel weniger wachsen und am Ende kleiner sind. Trotzdem rechnet die Obstregion Bodensee mit einer hohen Qualität und mehr Süße.
Die Apfelernte dauert rund acht Wochen bis Ende Oktober. Als erstes werden die Sorten Gala und Elster gepflückt, danach folgen unter anderem Jonagold und Kanzi. Bei Letzteren hoffen die Obstbauern auf einen weiteren Wachstumsschub - ausgelöst durch Regenfälle nach der langen Trockenheit.
Wassermanagement bei Trockenheit gefordert
Mit Blick auf den Klimawandel und häufigere Extremwetterlagen wird laut Thomas Heilig, Vorsitzender der Obstregion Bodensee e.V., die Bewässerung am Bodensee zum "Riesenthema". Er fordert von der Politik ein übergreifendes Wassermanagement für die Region: Rückhaltebecken, die bei Starkregen Überschwemmungen verhindern und gleichzeitig Wasser für Trockenzeiten bereitstellen.
Allerdings: Der Ertrag einer Saison hänge nicht nur vom Wetter ab, sondern auch vom Markt, so Heilig. Neben der Ernte in der Obstregion Bodensee ist die gesamte deutsche und europäische Apfelproduktion entscheidend. Gebe es in Europa zu viele Früchte, werde es schwierig, die Ware zu wirtschaftlich sinnvollen Preisen zu verkaufen. Gleichzeitig sind laut Heilig die Produktionskosten in Deutschland höher als in vielen Konkurrenzländern.
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Obstbauern wollen Kunden mit besonderen Sorten erreichen
Sein Kollege Erich Röhrenbach, ebenfalls Vorsitzender der Obstregion Bodensee e.V., sagt, dass die Obstbauern am Bodensee es schaffen müssten, ihr Alleinstellungsmerkmal herauszustellen. Beispielsweise beim Projekt Fairdi mit resistenten, robusten Sorten, mit reduziertem Pflanzenschutz.
Der Bodensee ist das zweitgrößte Apfelanbaugebiet Deutschlands, nach dem Alten Land in der Nähe von Hamburg. Am Bodensee wird laut dem Statistischen Landesamt Baden-Württemberg auf rund 9.000 Hektar Obst angebaut, davon etwa 6.500 Hektar Tafeläpfel für den Frischmarkt.