Exotische Sechsbeiner im Terrarium

Gar nicht eklig: Frau mit Vorliebe für Insekten

Seit sie 14 Jahre alt ist züchtet Nadja Lenz Insekten. Mit Stabschrecken fing alles an. Damals gab sie noch jedem einzelnen Tier einen Namen. Doch irgendwann wurden es zu viele.

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Stand

Von Autor/in Laura Könsler

Nadja Lenz aus Kandern (Kreis Lörrach) hat ein ungewöhnliches Hobby. Wo andere sich angeekelt abwenden, beginnen ihre Augen zu Leuchten. Nämlich dann, wenn es um Insekten geht. Und davon kann die 36-Jährige nicht genug haben.

Im Bücherregal von Nadja Lenz stehen neben vielen Büchern Terrarien. In den meisten befinden sich Brombeerblätterzweige, das Futter. Bei genauem Hinschauen entdeckt man sie: Die Insekten, für die die 36-Jährige schwärmt.

Insekten sind vielfältig und Meister im Tarnen - Nadja Lenz begeistert sich seit mehr als 20 Jahren für die Tiere, die sie auch züchtet
Sungaya inexpectata - so heißt die Gespenstschrecke mit ihrem lateinischen Namen. Für Nadja lenz ist sie weder gespenstisch noch schrecklich. Ben Hoffmann

Da ist zum einen die braungemusterte Gespenstschrecke, die sich wie ein Ast tarnt. Nebenan wackeln grüne Stabstrecken an einem Zweig, als würde ein Luftzug durchfahren. Und am Boden eines anderen Gefäßes bewegen sich Insekten, die wie verwelkte Blätter aussehen. Die Vielfalt dieser Tiere, das ist das, was Nadja Lenz begeistert.

Insekten sind vielfältig und Meister im Tarnen - Nadja Lenz begeistert sich seit mehr als 20 Jahren für die Tiere, die sie auch züchtet
Viele der Stabschrecken, die Nadja Lenz züchtet, sind nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Denn sie tarnen sich gerne als Äste. Ben Hoffmann

Insekten in freier Natur - faszinierende Vielfalt

Doch nicht nur die Insekten in ihren Terrarien begeistern sie, im Grund alle, die es gibt. Also auch die in freier Natur. Ein Spaziergang mit ihr birgt immer wieder Überraschungen. Plötzlich bleibt sie stehen und zückt ihr Handy. Ein besonderer Käfer hat es ihr angetan, den will sie später daheim bestimmen.

Insekten sind vielfältig und Meister im Tarnen - Nadja Lenz begeistert sich seit mehr als 20 Jahren für die Tiere, die sie auch züchtet
Die Insekten, die Nadja Lenz nicht kennt, fotografiert sie. Sie werden später daheim mit einem Buch bestimmt. Ben Hoffmann

Auf einer trockenen Distel sitzt ebenfalls etwas kleines, schwarzes. "Eine Wanze", sagt sie. "Die nehme ich jetzt mit nach Hause und präpariere sie." Sie nimmt eine Plastikdose heraus. Die hat sie immer dabei und legt den Käfer hinein.

Insekten sind vielfältig und Meister im Tarnen - Nadja Lenz begeistert sich seit mehr als 20 Jahren für die Tiere, die sie auch züchtet
Eine tote Wanze auf einer Distel: prima, die wird mit nach Hause genommen und präpariert. Ben Hoffmann

Bienen gehören neuerdings auch zur Sammlung

Neuerdings hat Nadja Lenz auch noch zwei Bienenvölker. Für sie hat sie Wasser in einem Kanister dabei, denn auch für diese Insekten ist es derzeit schwer, genug Wasser zu finden. Sie zieht eine Wabe hinaus, die Königin ist gut zu erkennen, denn sie hat sie mit einem Punkt markiert. Einige Waben sind mit Larven gefüllt, andere inspiziert die Königin, weil sie neue Eier hineinlegen möchte. Ruhig schließt Nadja Lenz wieder den Bienenkorb.

Insekten sind vielfältig und Meister im Tarnen - Nadja Lenz begeistert sich seit mehr als 20 Jahren für die Tiere, die sie auch züchtet
Mit Geduld wird das tote Insekt auf Nadeln geklebt. Es kommt in die Sammlung, zu den bereits bestimmten und präparierten Tieren. Ben Hoffmann

Zurück zu Hause holt sie wieder die Wanze aus dem Plastikbecher. Er wird auf eine Nadel geklebt und auf Styropor gesteckt. So erweitert sie ständig ihre Insektensammlung. Auch mit Gießharz hat sie schon experimentiert und tote Insekten ihrer Zucht konserviert. Doch das dauert drei Tage und nicht immer ist das Ergebnis so, wie sie es sich wünscht, weil das Harz nicht fest wird oder sich Schichten und Bläschen bilden.

Insekten brauchen Zeit und Platz - doch sie kann nicht anders

Angesprochen auf ihr ungewöhnliches Hobby sagt Nadja Lenz, die als Sekretärin arbeitet: "Ich habe schon daran gedacht, damit aufzuhören, weil es doch viel Zeit und Platz in Anspruch nimmt." Dann aber sagt sie mit einem Lächeln: "Ich kann nicht anders!"

Und schließlich braucht es ja auch einen in der Familie, der die Spinne an der Zimmerdecke entfernt. Das ist nämlich sie - und nicht ihr Mann.

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Autor/in
Laura Könsler
Porträtfoto Laura Könsler

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