Nadja Lenz aus Kandern (Kreis Lörrach) hat ein ungewöhnliches Hobby. Wo andere sich angeekelt abwenden, beginnen ihre Augen zu Leuchten. Nämlich dann, wenn es um Insekten geht. Und davon kann die 36-Jährige nicht genug haben.
Im Bücherregal von Nadja Lenz stehen neben vielen Büchern Terrarien. In den meisten befinden sich Brombeerblätterzweige, das Futter. Bei genauem Hinschauen entdeckt man sie: Die Insekten, für die die 36-Jährige schwärmt.
Da ist zum einen die braungemusterte Gespenstschrecke, die sich wie ein Ast tarnt. Nebenan wackeln grüne Stabstrecken an einem Zweig, als würde ein Luftzug durchfahren. Und am Boden eines anderen Gefäßes bewegen sich Insekten, die wie verwelkte Blätter aussehen. Die Vielfalt dieser Tiere, das ist das, was Nadja Lenz begeistert.
Insekten in freier Natur - faszinierende Vielfalt
Doch nicht nur die Insekten in ihren Terrarien begeistern sie, im Grund alle, die es gibt. Also auch die in freier Natur. Ein Spaziergang mit ihr birgt immer wieder Überraschungen. Plötzlich bleibt sie stehen und zückt ihr Handy. Ein besonderer Käfer hat es ihr angetan, den will sie später daheim bestimmen.
Auf einer trockenen Distel sitzt ebenfalls etwas kleines, schwarzes. "Eine Wanze", sagt sie. "Die nehme ich jetzt mit nach Hause und präpariere sie." Sie nimmt eine Plastikdose heraus. Die hat sie immer dabei und legt den Käfer hinein.
Bienen gehören neuerdings auch zur Sammlung
Neuerdings hat Nadja Lenz auch noch zwei Bienenvölker. Für sie hat sie Wasser in einem Kanister dabei, denn auch für diese Insekten ist es derzeit schwer, genug Wasser zu finden. Sie zieht eine Wabe hinaus, die Königin ist gut zu erkennen, denn sie hat sie mit einem Punkt markiert. Einige Waben sind mit Larven gefüllt, andere inspiziert die Königin, weil sie neue Eier hineinlegen möchte. Ruhig schließt Nadja Lenz wieder den Bienenkorb.
Zurück zu Hause holt sie wieder die Wanze aus dem Plastikbecher. Er wird auf eine Nadel geklebt und auf Styropor gesteckt. So erweitert sie ständig ihre Insektensammlung. Auch mit Gießharz hat sie schon experimentiert und tote Insekten ihrer Zucht konserviert. Doch das dauert drei Tage und nicht immer ist das Ergebnis so, wie sie es sich wünscht, weil das Harz nicht fest wird oder sich Schichten und Bläschen bilden.
Insekten brauchen Zeit und Platz - doch sie kann nicht anders
Angesprochen auf ihr ungewöhnliches Hobby sagt Nadja Lenz, die als Sekretärin arbeitet: "Ich habe schon daran gedacht, damit aufzuhören, weil es doch viel Zeit und Platz in Anspruch nimmt." Dann aber sagt sie mit einem Lächeln: "Ich kann nicht anders!"
Und schließlich braucht es ja auch einen in der Familie, der die Spinne an der Zimmerdecke entfernt. Das ist nämlich sie - und nicht ihr Mann.