DLRG warnt vor versperrten Rettungswegen

Falschparken am Badesee: Städte und Gemeinden in BW kämpfen gegen Parksünder

Viele Gemeinden beklagen überfüllte Parkplätze und viele Falschparker an ihren Badeseen. Die Gefahr durch versperrte Rettungswege nehme dadurch zu. Ein wachsendes Problem im Land?

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Von Autor/in Dennis Just

Gerade an heißen Tagen klingt eine Abkühlung am nächsten Badesee verlockend. Doch der Ansturm ist bei den aktuellen Temperaturen in Baden-Württemberg oft groß, weswegen viele Parkplätze überfüllt sind. Daher stellen viele Badegäste ihr Auto auch außerhalb der ausgewiesenen Parkflächen ab. Diese Falschparker können schnell zum Problem werden.

Rekordeinnahmen durch Falschparker am Jettkofer Baggersee

Am beliebten Jettkofer Baggersee in der Gemeinde Ostrach (Kreis Sigmaringen) kennt man diese Situation nur zu gut. Wie die "Schwäbische Zeitung" berichtet, habe man dort allein am Wochenende nach Fronleichnam Strafzettel in einer Rekordhöhe von 2.200 Euro an Falschparker ausgestellt.

Die Problematik beschäftigt die Gemeinde schon lange, wie Judith Klotz vom Ordnungsamt Ostrach gegenüber dem SWR bestätigt. Falsch abgestellte Fahrzeuge würden nicht nur den öffentlichen Nahverkehr und die Landwirtschaft behindern, "sondern stellen auch ein ernstes Problem für Rettungskräfte dar, da Zufahrtswege blockiert werden können", so Klotz.

Um unter anderem den Falschparkern Herr zu werden, habe man einen Sicherheitsdienst engagiert. Eine Maßnahme, die laut Klotz in der Region keineswegs unüblich ist. Fast alle umliegenden Seen hätten ähnliche Regelungen.

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Auch am Stausee Rangendingen viele Falschparker

Ähnliche Erfahrungen wie in Ostrach macht man am Stausee Rangendingen (Zollernalbkreis). Wie Oliver Freiberg von der Gemeinde Rangendingen dem SWR mitteilt, bestehe das Problem seit einigen Jahren und habe sich im Laufe der Zeit gesteigert - nicht nur in der Anzahl, sondern auch im Grad der Ignoranz von Verkehrsregeln.

An heißen Tagen wird jede Ritze zugeparkt, egal wo oder egal welche noch so eindeutigen Verkehrsregelungen ausgeschildert sind.

Die Masse an Autos würde Rettungsfahrzeugen die Anfahrt erschweren, was nicht nur für die Badegäste gefährlich sei. Der Rangendinger Stausee liegt nämlich an einer bewohnten Straße. "Auch die Anwohner können in die Lage kommen, ein medizinisches Rettungsfahrzeug oder ein Löschfahrzeug zu benötigen", so Freiberg. Die Straße sei daher explizit als Rettungsweg beschildert. Hinzu komme der Lärm, den ankommende und wegfahrende Fahrzeuge den ganzen Tag verursachen würden.

Parkgebühren gebe es am Rangendinger Badesee bislang nicht. Laut Freiberg behält man sich die Möglichkeit aber vor, um den Ansturm an Autos einzudämmen.

Unter anderem wegen der Parksituation hat man in Rangendingen vor zwei Jahren einen Sicherheitsdienst eingesetzt. Das sagten die Gäste dazu:

Was passiert mit den Bußgeldern für Falschparker?

Zurück am Jettkofer Baggersee in Ostrach: Judith Klotz vom örtlichen Ordnungsamt erklärt, dass Parksündern in Bereichen mit eingeschränktem Halteverbot ein Verwarnungsgeld ab 25 Euro droht. Wer sein Fahrzeug entlang eines Weges, der nur für Forst- und Landwirtschaft genutzt werden darf, abstellt, muss mit einem Verwarnungsgeld in Höhe von 55 Euro rechnen.

Die Einnahmen daraus sind laut Klotz grundsätzlich nicht zweckgebunden. Es gebe aber laufende Ausgaben, die vorrangig gedeckt werden müssen. Dazu zählen etwa die Kosten für den eingesetzten Sicherheitsdienst, die Bereitstellung von mobilen Toiletten, Personalaufwand im Ordnungsdienst, Beschilderungen am Gelände sowie Infrastrukturmaßnahmen, aber zum Beispiel auch ein neuer Fahrradstellplatz oder der erst frisch eröffnete Radweg zum Baggersee. Auch die zunehmend intensivere Müllbeseitigung wird aus den Einnahmen finanziert.

DLRG warnt: Falschparken an Badeseen kann Leben gefährden

Die Problematik ist auch der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) bekannt. Bastian Hess, Leiter Verbandskommunikation des DLRG Landesverband Württemberg e.V., berichtet dem SWR, dass Rettungskräfte durch zugeparkte Zufahrten zu Badestellen wertvolle Minuten verlieren.

Gerade an heißen Sommertagen zieht es viele Menschen an die Seen - doch das Parkchaos, das dabei oft entsteht, kann im Ernstfall Menschenleben gefährden.

Im Notfall zähle aber jede Sekunde, ob ein Kind zu ertrinken droht oder jemand einen Kreislaufkollaps erleidet.

Daher ruft die DLRG eindringlich dazu auf:

  • Parken Sie ausschließlich auf den vorgesehenen Flächen
  • Halten Sie Rettungswege, Zufahrten und Feuerwehrzufahrten unbedingt frei
  • Achten Sie auf entsprechende Beschilderungen

Kein Problem mit Falschparkern in Maulbronn

Doch es gibt auch Kommunen, an denen sich Fahrerinnen und Fahrer an die Regeln halten - am Tiefen See in Maulbronn (Enzkreis) zum Beispiel. Auch dort ist das Parken kostenlos und damit fährt man laut Roland Angermaier von der Stadt Maulbronn gut.

Der Parkraum rund um den See habe sich bislang als ausreichend erwiesen, so Angermaier gegenüber dem SWR. Das Parken sei gebührenfrei und zeitlich nicht begrenzt - eine Änderung der Praxis habe die Stadt derzeit nicht geplant.

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