Sieht BW-Finanzminister Bayaz als Familienvater anders auf die Politik?

#unsereKinder - Was sind uns unsere Kinder wert? Dieser Frage geht die ARD-Mitmachaktion nach. Für das Kindeswohl zu sorgen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Neben der Erziehung, dem Vermitteln von Werten und Vertrauen, geht es auch ums Geld. Kinder sind teuer. Der Staat unterstützt deshalb Familien finanziell und investiert in Bildung.

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Danyal Bayaz ist Grünen-Politiker und baden-württembergischer Finanzminister. Seine Frau Katharina Schulze ist Fraktionsvorsitzende der Grünen im bayerischen Landtag. Das Paar hat zwei kleine Kinder. "Es ist vor allem eine logistische Herausforderung, den Arbeitsalltag zu schmeißen", sagt Bayaz in SWR Aktuell. Bei ihm und seiner Frau sei das nicht anders als bei anderen Familien.

Menschen pendeln, zwei Berufstätige, gleichzeitig muss man den Haushalt irgendwie gewuppt bekommen. Dann kommen die unvorhersehbaren Dinge, weil beispielsweise in der Kita gerade der Magen-Darm-Virus umgeht. Dann werden auch bei uns die Omas aktiviert, so wie viele Menschen das auch machen, weil sie das Privileg haben, noch die Omas als Unterstützung zu haben.

Hinzu komme, dass Politik oft bis spät abends stattfinde: mit Nachtsitzungen und dergleichen. Das sei nicht immer familienförderlich. "Deshalb ist es gut, dass junge Familienmenschen in der Politik Verantwortung übernehmen, um die Rollenbilder zu verändern und die politische Kultur ein Stück weit familienfreundlicher zu machen."

Im Spannungsfeld zwischen Geld sparen und Politik für die Zukunft machen

Als Familienvater sieht Bayaz die Finanzpolitik anders als früher. Der Finanzminister müsse zwar "auf der Kasse sitzen" und das Geld zusammenhalten. Andererseits mache man sich, wenn man selbst Kinder hat, Gedanken über die Zukunft: Was machen wir mit unserem Planeten, was machen wir mit unserem Bildungssystem - dann bekämen solche Themen einen konkreteren Blick auf die Frage, was für die Zukunft zählt.

"Knappes Geld erfordert, die richtigen Prioritäten zu setzen"

Dennoch seien die Zeiten nicht einfacher geworden: "Das Geld ist knapp. Man muss gute und klare Entscheidungen treffen und wichtig ist, dass wir die richtigen Prioritäten für die Zukunft setzen: Bildung, Betreuung - alles, was für die Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft wichtig ist. Wir machen schon einiges, aber da geht auch mehr, in der neuen Legislaturperiode", so Bayaz.

Allerdings stehen alle Projekte im grün-schwarzen Koalitionsvertrag unter Haushaltsvorbehalt – auch in der Familienpolitik. Baden-Württemberg will das letzte Kita-Jahr beitragsfrei machen. Das kostet jährlich 200 bis 250 Millionen Euro. Wie er das Projekt, auch als Familienvater umsetzen will, das wollte SWR Aktuell-Moderator Andreas Böhnisch von Finanzminister Danyal Bayaz wissen.

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